Heute ist ein Sch….tag, aber was soll´s? Nach dem wunderschönen Sonnentag gestern, der schon erste zarte Frühlingsgefühle geweckt hat (nach einer langen Reihe von endlos trüben, eisigen Tagen heute schon wieder dicker Nebel, aus dem es ohne Unterlaß herunternieselt (wie schon den ganzen Dezember lang)…

Blick aus dem Zug

Ja, nicht fein, aber was soll´s?
Meine Stimmung passt zunächst genau zu dieser Wetterlage – dicker Frust und wallender Zorn über unerwartete, mir ungerechtfertigt erscheinende neue Rechnungen – in Zusammenhang mit meinem alten Hof, der nicht und nicht aufhört, Geld zu verschlingen, verstärkte Rückenschmerzen (kein Wunder bei all der Säure, die Ärger und Zorn im Körper produzieren und Schmerzen anheizen!), ein Mittagessen (Kohlsuppe), das mir schwer im Magen liegt….
Und ja, so ist es, Widerstand ist zwecklos, sinnlos, macht alles nur schlimmer!
Ein Schrittchen oder zwei zurücktreten und alles gut wahrnehmen – den Zorn, den Frust, die Gedanken dazu, den Körper und das was er zu sagen hat…. und ATMEN!
Atmen, atmen, atmen, durch alles hindurchatmen – durch den Zorn, den Frust, den Stein im Magen, durch die brennenden Rückenschmerzen…
Ein kleinwenig die Flügel ausklappen und rauf auf´s nächste Mäuerchen – ein kleiner Perspektivenwechsel – oh mei, so ein Herumgefuhrwerke und Gestampfe und Geschimpfe, solche Aufwallungen, solch trübe Blickwinkel!
Ja, genau so genau so genau so und es darf genau so sein… ich übe, ohne Widerstand zu sein;
ich übe, mit all dem präsent zu sein und zu atmen, mich gut zu spüren und gut zu mir zu sein (mich nicht auch noch dafür zu beschimpfen!)… dieses Ja macht mich weicher und das fühlt sich doch gut an!
Gestern ein Hoch, heute ein Tief, ja ok, so ist es nun mal…
Aber nein, nicht nur tief heute – zwischendurch gab es auch etwas Schönes, Berührendes: in Krems in der Ausstellung von Regula Dettwieler; sie hat ein sehr sympathisches „Herbarium der Gefühle“ geschaffen: von verschiedensten Menschen der näheren und weiteren Umgebung hat sie auf ihre Bitte hin getrocknete Pflanzen bekommen und sie befragt, welche Gefühle sie damit verbinden; mit diesen Aussagen hat sie die Pflanzen „beschriftet“ – also mit persönlichen Erinnerungen und Gefühlen anstatt mit lateinischen Namen und botanisch-wissenschaftlichen Fakten.

Die Blumen sind aus ihrem wilden Garten, schreibt Melitta. „Gefühl der Dankbarkeit, Glück, Verzückung, Bewunderung, Staunen, jede Blüte ist ein Gebet“

… die Yucca-Palme „Adalbert“ , die die Sammlerin schon sehr lange begleitet! Sehr symathisch!

„Die Blume ist ein Gefühl der Zeit“, schreibt der Thomas, „weil sie in jeder Jahreszeit blüht.“

Efeu, es geht um Efeu! Anna sagt: „Als Kind kletterte ich oft auf einen Baum, der von Efeu umwuchert war. In den Kletterpausen setzte ich mich in das Gras und habe Gänseblümchen den Kopf abgebissen.“
Das hat mit sehr gefallen und mich berührt! Und hat mich lachen lassen! Danke Regula, für diese schöne Idee und für ihre Umsetzung!
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Mittlerweile ist es Abend geworden, ich bin wieder zu Hause und mehr und mehr in Frieden mit mir und dieser verrückten, schrecklichen, wundervollen Welt!
ATMEN! Bewußt und voll zu atmen ist ein JA, ein volles Ja zu dem was IST – zu den Schrecken, den Wunden und den Wundern!
DANKE, daß es mich atmet, daß ich frei atmen kann, daß mich dieser Atem am Leben, in diesem meinem Körper sein läßt! DANKE!



























































