In den letzten Tagen, genauer gesagt seit dem Heiligen Abend, durfte ich viel Schönes „sammeln“ – viele schöne Erlebnisse und Eindrücke! Die ich gerne fotografiere,wenn´s grad passt…
(weih-)nächtliches Bambuswäldchen in Opatja
Morgenstimmung in Opatja (endlich Sonne!)
Freude!
Wieder zurück in Wien – schöne kleine Geschenke und schöne Gerade-noch-Weihnachtsstimmung:
Nun noch zwei schöne Zitate, die mich berührt haben:
Ein wunderschönes von Rumi: „Ich rief nach Gott und die Liebe antwortete. Ich suchte nach der Liebe und meine Seele öffnete sich wie eine Rose.“ Ich liebe Rosen sehr – eine weiße hat vor meinem Fenster (in der Wiener Wohnung) vor Weihnachten noch geblüht und eine rosarote hat sich mir auf dem Hügel oberhalb von Opatja gezeigt und geschenkt!
Und das andere, sehr liebenswerte Zitat, hab ich im Netz gefunden, von einer gewissen Karin, die sympathische Zeichnungen dazu macht (karindrawings): „Liebes, das hast du wirklich gut gemacht, dieses ganze wilde Jahr. Mit allem, was da drin war. Jetzt mach mal Pause zum Sortieren!“
Nachdem ich wochenlang keine Sterne, keine Sonne gesehen hab wegen des wochenlangen dicken feuchten Nebels, war ich wie ausgehungert nach Licht und Wärme. Die Enttäuschung war groß, als wir am 22. Dezember hier am Meer in Opatja angekommen sind und der angeblich seit Tagen blaue Himmel bei unserer Ankunft in der Abenddämmerung gerade dabei war, sich wieder dick mit Wolken zu bedecken! Und das ist dann auch in den nächsten beiden Tagen so geblieben, nur daß noch der Regen dazu gekommen ist! Und dann gestern in der Heiligen Nacht hat sich der Himmel geöffnet und endlich habeen sich wieder Sterne gezeigt – zunächst war´s nur ein vages dünnes Blinken und dann immer deutlicher, immer mehr! Als hätte der Himmel geantwortet auf das Öffnen der Herzen, auf die eintretende kollektive Entspannung, auf die wiedergefundene Verbundenheit! Das hat mich sooo froh und dankbar gestimmt – was für ein schönes Weihnachtsgeschenk! Mit der Hoffnung auf Sonne am kommenden Tag bin ich glücklich und zufrieden eingeschlafen.
Und tatsächlich: heute früh ist der Himmel blau, die Sonne lacht vom Himmel, das Meer glitzert und schäumt und wir freuen uns und lachen vor Begeisterung!
Ein wunderschöner Weihnachtstag, wir machen einen Ausflug in ein Städtchen etwas weiter südlich von Opatja und genießen alles – die Farben, die gischtenden hohen Wellen, Sonne und Wind, die unterschiedlichen Farben des winterlichen Meeres… so viele Geschenke!
Bis jetzt hab ich die Adventzeit immer sehr geliebt, nicht den Rummel, aber die dahinterliegende Stille und Dunkelheit, die so mystisch und wohltuend ist und einlädt, mehr nach innen zu gehen und diese Stille wirklich zu erfahren. Heuer ist für mich vieles so anders – diese Ruhe und stille Vorfreude hat sich nicht wirklich eingestellt oder nur manchmal, obwohl es am Land, im Dorf ja sehr ruhig ist… Da war dieser fast ständige Nebel im Osten Österreichs, die feuchte Kälte, kaum Sonne, da ist diese immer noch ver-rückter und bedrohlicher erscheinende geopolitische Situation, die auf die kollektive Stimmung drückt – als würden freudvolle Lebensimpulse mehr und mehr überschattet…
Ich halte immer noch zu meinem Leitspruch (der mir spätestens seit der C-Zeit wirklich geholfen hat, durch diese herausfordernden Zeiten zu navigieren): „Laß dich nicht ins Bockshorn jagen!“, aber in den letzten Wochen war´s mir oft mühsamer, innerlich zentriert und friedvoll zu bleiben… gelassen die Verbundenheit und Herzenergie zu spüren… was allerdings immer geholfen hat und nach wie vor noch immer hilft: in Gemeinschaft von ähnlich ausgerichteten Menschen zu sein, die Atemreisen und in der Natur zu gehen…
In die Natur zu gehen, hat mir auch heute geholfen, nach innerlioch zum Teil holprigen und unrunden Tagen wieder gut bei mir anzukommen und mich im Herzen verankert zu spüren. Seit zwei Tagen bin ich – so wie im Vorjahr – mit einer Freundin in Opatja, ganz oben in Istrien, am geliebten Mittelmeer. Im Vorjahr war alles wunderschön – viele Sonnenstunden, phantastische glutvolle Sonnenuntergänge, in der Sonne am Meeresufer Cappucino trinken, die Farben des Meeres im Winter und vor allem die Pause von meiner Baustelle (hab im November 2024 begonnen mit der Renovierung des alten Hofes im Weinviertel). Und ja, auch in dieser Hinsicht ist heuer alles anders: trübes Wetter und Regen auch hier und freudvolle Weihnachtsstimmung will sich nicht so recht einstellen, eher unterschwellige Gereiztheit und das Bedürfnis nach Rückzug. Astrologen haben dies ja beschrieben: sehr saturnin geprägte Konstellationen, alle Planeten in Wasser- und Erdzeichen, also keine ausgelassene Feierstimmung!
Es hat mich heute Nachmittag in die Natur gezogen, weg von den weihnachtlichen Blinkelichtern, rauf in die Hügel; ein schöner alter Saumpfad durch Loorbeerwälder, vorbei an Rosmarin, Lavendel, Ilex – wunderbar! Mit jedem Schritt ist etwas in mir weicher geworden, zunächst kam da die Traurigkeit, – der Schmerz, nicht in innerem Frieden und in Liebe zu sein, also mich irgendwie getrennt zu fühlen… dieses Weichwerden dankbar wahrnehmen, den Schmerz zuzulassen tut so gut und ist immer wieder ein Schlüssel in den Herzraum, Raum der bedingungslosen Liebe, in die Verbundenheit!
In diesem Weichwerden und Schmerz zulassen geschieht Wandlung und Freude wird wieder frei!
Im Gehen und achtsamen und liebevollen Wahrnehmen der Natur, der geliebten mediterranen Vegetation ist ein wunderschöner kleiner Weihnachtsstrauß entstanden – zunächst nur aus Lorbeer, Rosmarin und Ilex. So schön, hab ich gedacht, und es wär noch schöner mit ein bißchen Farbe, mit roten Beeren zum Beispiel; kurz danach hab ich auf einem Baumstumpf zwei abgeschnittene Ilexzweige liegen gesehen, voll mit leuchtend-roten Beeren! Oh! Danke!
Der Wunsch nach ein paar Blumen hat sich auch umgehend erfüllt und zuletzt die Sehnsucht nach einer Rose für den Strauß. Und da war sie schon – fast die letzte auf ihrem dornigen Strauch. Danke, danke! Ich kann fühlen, wie sich mein Herz in Dankbarkeit weitet und öffnet: ich kann wieder Liebe und Verbundenheit erleben! Es ist das, was ich mir mehr als alles andere gewünscht hab, es ist das schönste Weihnachtsgeschenk! DANKE DANKE DANKE!
Danke an meine guten Geister und danke auch an mich – daß ich drangebllieben bin, daß die LIebe und die Verbundenheit mir so wichtig ist, letztlich mehr als alles andere.
Und nun, in der Stille: einfach DANKBARKEIT! In der Stille ankommen – im (Weihnachts-)Frieden SEIN, im fließenden Atem SEIN, gut im Körper, gut gehimmelt, gut geerdet SEIN, und im Herzen ist „ein Ros entsprungen…“… wie schön!
Seltsam, daß mein Bedürfnis, meine Lust zu schreiben nachgelassen hat, seit ich wieder sesshaft geworden bin… am stärksten war dieses Bedürfnis während der eineinhalb nomadischen Jahre, in denen ich meistens im Camper gelebt hab… vielleicht ist das so, weil meine Kreativität seither andere Ausdrucksmöglichkeiten findet, nämlich meinen neuen Wohn- und Lebensraum zu gestalten… und damit bin ich ganz schön beschäftigt!
Es war ein großer Augenblick Anfang August diesen Jahres, als die Bau- und Renovierungsarbeiten innen im Wohnbereich abgeschlossen waren: alles neu, alles leer und klar, wie die weiße Leinwand für einen Maler! Ich konnte gar nicht gleich anfangen, diese Leere zu füllen, wollte sie erstmals auf mich wirken lassen (und außerdem wollte ich im August noch den endlich eingekehrten Sommer genießen) und dann, im Herbst hab ich langsam begonnen, erste Möbelstücke aus dem Heustadl (wo seit einem dreiviertel Jahre alles gelagert war) rüber in die Wohnräume zu bringen. Es hat immer wieder gedauert, bis ich intuitiv wußte, wo etwas hingehört, aber dann war´s ganz klar. Jedes Stück hat seinen Auftritt bekommen wie ein Solist, hat mich seine Wirkung auf den Raum erfahren lassen und es war erstaunlich, wie viele Dinge dadurch eine ganz neue Wertigkeit und Schönheit bekommen haben; fast so, als würde ich sie erst jetzt richtig sehen und wahrnehmen – jetzt in diesen völlig neuen Zusammenhängen und befreit von altem Ballast!
Immer wieder hab ich gedacht: Wie innen, so außen! Was passiert da eigentlich synchron IN mir? Nun, was ich wahrnehme: eine Verschiebung der Wertigkeiten, ein völlig neues Leben in völlig neuen Zusammenhängen, vieles, was mir immer so wichtig war, tritt in den Hintergrund (zum Beispiel die allzeit freie Beweglichkeit im Außen, also die äußere Freiheit); statt dessen ist ein starkes commitment führend geworden, also die Hingabe und Ausrichtung auf ein großes Projekt und vieles ist entsorgt worden: Dinge, die nicht mehr wirklich wichtig sind und deren Anblick mir keine Freude mehr bereitet (ich mag nur mehr von Dingen umgeben sein, die mein Herz erfreuen! Und das gilt auch für Menschen!).
Nun ja, und so ist nach und nach ein mir sehr angenehmer, neuer Wohnraum entstanden, in dem viele meiner alten Möbel und Dinge einen neuen Platz gefunden haben und nun in größerer Klarheit und Einfachheit Wirkung entfalten; viele schöne Dinge hab ich entweder von lieben Freunden geschenkt bekommen (Dinge, die sie nicht mehr brauchen) oder sehr günstig auf Flohmärkten, in willhaben und vor allem im sympathischen Altwarenladen von Peter in Gars am Kamp erworben – Dinge, die ganz genau an diese oder jene Stelle passen – ganz erstaunlich und wunderbar!
Na ja, und dann mein Bedürfnis, an allen möglichen Stellen „Altäre“ zu gestalten (ich hab ja schon mal ausführlich in einem Blog-Beitrag darüber geschrieben); diese kleinene Gestaltungen entstehen einfach intuitiv, wollen ausdrücken und mich erinnern an das, was mir wirklich wichtig ist (an den Weg des Herzens, an die Liebe zu den Ahnen, ans wache GewahrSein und ans bewußte Atmen, an die kindliche Verspieltheit und den Humor, an die innere Stille, an die Qualität, die der jeweiligen Jahreszeit innewohnt, an die Verbindung zu Mutter Erde und an die Dankbarkeit für ihre wundervollen Geschenke, zu den Naturgeistern usw…
Weg des Herzens
Erntedank
sinnliches Nichts-Tun
Dank an all das gute Holz zum Feuermachen
Es ist also gelungen, mir vor dem Winter noch ein Nest zu schaffen, in dem ich mich wohlfühle – wie heißen die Zeilen in diesem schönen Rilke-Gedicht….? …wer sich im Spätherbst noch keine heimelige Wohnstatt geschaffen hat, der wird es nicht mehr tun… so ähnlich, sinngemäß…)
Sehr zu diesem Wohlgefühl trägt der Küchenherd bei, den ich fast jeden Abend einheize (ganz wichtig bei diesem feuchkalten Dauernebel hier im Weinviertel!); ich hab das Gefühl, daß diese Holzfeuerwärme richtig heilsam ist für mich, ich spür sie bis in die Knochen hinein, wenn ich auf meinem türkischen Hockerchen (das mich schon über 50 Jahre lang begleitet!) vor dem Herd sitze, dem Lodern des Feuers lausche und mich bis tief in die Gewebe hinein wärmen lasse!
Ich liebe es, Feuer zu machen und es zu hüten, in die Glut zu schauen und alles mögliche darin zu sehen (manchmal wie in einem Orakel!) – wunderbar!
Oben auf dem Herd köchelt Wasser in einem großen Topf, das – angereichert durch die Energie des Feuers – mir ebensfalls heilsam und wunderbar weich erscheint! Das Wasser liebt es und mein Körper liebt es – ich hab das Gefühl. daß er es besonders gut und gerne aufnehmen kann!
So erlebe ich diese Adventzeit trotz des ständigen dicken feuchten Nebels als gut durchwärmt und fühle mich gut aufgehoben; trotz des immer irrer werdenden Weltgeschehens kann ich manchmal, immer wieder Gott sei Dank die darunter liegende Stille, die der Dunklen Zeit innewohnende Mystik und Heiligkeit erfühlen.
Eine meiner „Eselsbrücken“, um wieder in die Präsenz zu kommen, wenn ich im Gedankenkarusell unterwegs bin, ist: I… A… Ahhh! Innehalten, Atmen, Ahhh (Ahhh aus dem Herzen); oder – die längere Version: innehalten, atmen, mich gut im Körper präsent fühlen, mich gut himmeln und gut erden, im Herzen verankern, im Kiefer gut entspannen – ahhh, jetzt und hier!
Die Ausbildung zur Atemlehrerin ist eine großartige Inspiration, immer öfter innezuhalten, bewußt zu atmen und somit präsent zu sein; sie gibt meinem jahrzehntelangen Credo: „Atem, Stimme und Bewegung – Schlüssel zur Lebendigkeit“ eine neue Dimension: „Atem, Stimme und Bewegung -Schlüssel zur Heilung“.
Ich liebe den Advent sehr – vielleicht weil ich am Beginn dieser „b´sonderen Zeit“ auf die Welt gekommen bin… es fühlt sich jedenfalls sehr heimatlich und heimelig an.
Genau vor einem Jahr – an meinem Geburtstag – waren sechs oder sieben starke Männer mit zwei großen LKW´s bei mir am Hof und haben Unmengen altes Gerümpel weggebracht und entsorgt. Ich war fast den ganzen Tag beschäftigt, voller Dreck und Staub – ein Geschenk der ganz eigenen Art!
Das war ziemlich genau der Beginn einer neunmonatigen Baustellenzeit, die zeitweise ganz schön an meinen Nerven gezerrt hat. Und nun – ein Jahr späer – sitze ich gemütlich in den mittlerweile ziemlich fertig eingerichteten Wohnräumen und staune, wieviel in diesem letzten Jahr passiert ist, wie sehr sich mein Leben verändert hat und wie stimmig es sich insgesamt anfühlt. Meist kann ich hier gut zur Ruhe kommen in dieser ländlichen Stille, es drängt mich nichts und niemand und so kann ich mich immer wieder mit der Stille, die ja der Adventzeit innewohnt, verbinden. Dafür bin ich sehr dankbar!
Die Abende sind lang und still und ich hab genug Zeit und Muße, die Räume kreativ auszugestalten – das genieße ich sehr, sehr, sehr! Wenn ich gut im Fuß und gut verbunden bin, entstehen die Dinge oft wie von selbst und dafür ist das Innehalten, das gut im Körper Sein, das bewußte Atmen so so hilfreich! Um mich noch besser und öfter daran zu erinnern, hab ich auf alle möglichen Dinge „ATMEN“ draufgeschrieben, vor allem auf Musik-Instrumente, weil ich beim Spielen oft unwillkürlich den Atem anhalte!
AQUI ESTOY! HIER BIN ICH – gut atmend, gut im Körper präsent, gut gehimmelt und gut geerdet, gut im Herzen verankert, gut im Kiefer entspannt, gut ge-stimme-t und bewegt oder einfach ganz still…
Das ist meine Übung, immer und immer wieder: innehalten, ganz präsent sein mit Hilfe dieser „meiner sieben Vasas“ (oder sechs oder acht); mit „Vasas“ meine ich diese oben genannte Praxis, die ich vor längerer Zeit – weil ich einen Namen dafür haben wollte – die sieben Vasas genannt habe!
Zum Schluß noch ein letztes Bild – ich kenne mehr und mehr Menschen, die freiwillig und gern in eiskaltes Wasser tauchen und darin herumschwimmen, aber ich halte es wohl eher mit dem Wondrak (vom Janosch):
Allerdings kommt das Kaltwasser-Atmen in einem der nächsten Module der Atemlehrer-Ausbildung auf mich zu, vielleicht mach ich´s dann lieber wie ein Polarbär am Nordpol :))