Monatsarchiv: Juni 2026

Alles ist im Wandel

Alles ist sowieso immer im Wandel, aber in den letzten Jahren haben sich die Wandlungsprozesse beschleunigt, immer mehr, scheint mir, im Inneren sowie im Außen.

Über das Außen will ich jetzt nicht schreiben; vielmehr über meine inneren Wandlungsprozesse und im Speziellen über meine Art des Schreibens:

Früher – und das ist schon ziemlich lange her (15 Jahre, 20 Jahre und länger) – als ich vor allem – außer in mein Tagebuch – Gedichte in meinem Lieblingscafe Bazar in Salzburg geschrieben habe, war es mir wichtig, daß das, was ich schreibe, irgendwie originell ist, hab mich bemüht um interessante Formulierungen, um schräge Reime in den Gedichten… es sollte eben irgendwie besonders sein.

Obwohl ich – großteils aus der Überzeugung heraus, daß es nicht gut, nicht interessant genug ist – fast niemandem mein Geschreibsel gezeigt hab!

Und oft konnte ich am besten schreiben, wenn´s mir richtig schlecht ging, im inneren Aufruhr, verstrickt in irgendein deftiges Drama!

Das ist alles anders geworden, ich muß nicht mehr leiden, um zu schreiben…

Das Bedürfnis, originell zu sein, ist mit der Zeit mehr in den Hintergrund getreten und statt dessen ist es mir immer wichtiger geworden, mich möglichst natürlich, aus dem Herzen heraus auszudrücken, ohne das Bemühen und den Druck, daß es richtig gut sein sollte…

Sobald dieser alte Wunsch auftaucht, ist da eine Blockade, der (Schreib)fluß stockt, fließt nicht mehr!

Besonders leicht schreibt es sich nach befreitem Tanzen, nach einer Atemreise, aus der inneren Stille heraus, wenn ich gut verbunden bin mit mir, mit dem Atem, mit dem Herzen, mit Himmel und Erde!

Da ist natürlich schon der Wunsch, das was mich bewegt, berührt, bezaubert und inspiriert, auf stimmige, mich befriedigende, authentische Weise auszudrücken… und zunehmends mit anderen Menschen zu teilen (der Wunsch, es zu teilen, ist gewachsen!) – auf daß es vielleicht den einen oder anderen auch bewegt, berührt, bezaubert, inspiriert… und auch das, was grad schwierig für mich ist, mich aus dem inneren Gleichgewicht bringt und herausfordert, will ausgedrückt werden und vor allem: wie geh ich möglichst gut damit um?! Was hilft?

Dieser innere Wandel gilt natürlich nicht nur für meine Art zu schreiben.

Ganz allgemein ist der Wunsch, irgendwie besonders zu sein, mit der Zeit mehr zurückgetreten und das erlebe ich als sehr befreiend!

Dieser Druck, dem ich von Kleinkind an durch einen super-ehrgeizigen Vater ausgesetzt war und den ich dann – auf andere Art – verinnerlicht habe, war in jüngeren Jahren ein großer Stress-Erzeuger und letztlich eine Ego-Geschichte.

Es ist so schön, meinen Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen, ohne mich sofort kleiner oder größer, unter- oder überlegen zu fühlen, ohne mich ständig zu vergleichen… und wenn doch (ob das je ganz verschwindet?) dann diese Bewertungen nicht so ernst zu nehmen und ganz zu mir, in mein Herz zurückzukehren…

Wandel geschieht und ich bete und richte innerlich aus, daß er in Richtung Frieden, Liebe, Verbundenheit geht, in ein großes freudvolles JA zum Leben – in mir und in mehr und mehr und mehr Menschen, in sich weitenden Kreisen.

AHO!

„Deine Seele ruft dich an den Ort, an dem deine größte Freude mit dem Hunger der Welt zusammentrifft.“ Frederik Büchner

Der Atem, ein Segen!

Pfingsten war heuer für mich ein besonderes Fest!

Das Fest des Heiligen Geistes – was immer damit genau gemeint ist. Für mich bedeutet es: Der Heilige Geist, der göttliche Atem, der uns Menschen berührt und das ist reine Freude, Herzensfreude. Be-GEIST-erung! Und große Dankbarkeit!

Voller Freude und Be-GEIST-erung bin ich am Pfingstmontag von einem wunderbaren 4-tägigen Seminar in schönster, blühender Natur nach Hause gefahren – dieses Seminar war das letzte Modul im ersten Jahr der Atemlehrer-Ausbildung.

Ich bin noch ganz erfüllt, inspiriert und voller Dankbarkeit; danke, daß ich jetzt und hier voll im Leben steh, daß ich frei atmen kann und danke für all das, was ich lernen und was in mir wachsen durfte; großer Dank an den wunderbaren Menschen und Leiter dieser Ausbildung, Dr. Wilfried Ehrmann.

Im vergangenen August hat diese spezielle Reise mit dem Atem begonnen – in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe von sehr unterschiedlichen Menschen – alle wirklich liebenswert.

Immer wieder war ich erstaunt, wie unterschiedlich und abwechslungsreich die zehn Module dieses ersten Jahres aufgebaut sind… ein weiter Bogen wurde für uns aufgespannt – eine große, erhellende und immer wieder auch herausfordernde Reise zu uns selbst, immer mit dem Atem als Reiseleiter, als Ruhepol ,als Halteseil…hinein ging´s in die verschiedenen Räume unserer Innenwelten mit all den abgespeicherten Erfahrungen – zurückreichend bis in unsere Zeit im Mutterleib, bis zur Geburt, in die Kindheit, Beziehungsthemen – – – mit der heilsamen Möglichkeit, manch schmerzvolle frühere Erlebnisse nun harmonischer und liebevoller neu zu erleben; all das in absolut wohlwollender Atmosphäre. So manch alte Schreckgespenster durften weichen und Platz machen für neue, lebensbejahende Erfahrungen.

Es ist faszinierend, was der Atem alles kann: er kann uns beruhigen, zentrieren, vitalisieren, er kann Tore zum Unterbewußtsein öffnen, er kann uns erheben, uns spirituelle Erfahrungen schenken, unser Herz öffnen, verstockte Gefühle wieder fühlbar machen, gestauten Lebensfluß wieder ins Fließen bringen.

Im ersten Jahr der insgesamt zweijährigen Ausbildung steht die Selbsterfahrung im Vordergrund. Gleichzeitig durften wir in jedem der zehn Module üben, einander bei den Atemreisen (ca. eine Stunde langes, etwas intensiviertes, verbundendes Atmen zu ausgewählter Musik) zu begleiten.

Immer wieder überraschend, was durch diese Art zu atmen alles hochkommen kann – bei mir alle möglichen Gefühle, befreites Lachen, meine innerer Clownin, das Baby in mir, die genüßlich Ver-rückte, die „Priesterin“ und ihre durch den Atem bewegten Gebete, das Tierhafte, das sinnlich-Erotische…

Und immer wieder Stille, immer wieder ein heiliger Raum, der sich öffnet.

Nun ist also das erste Jahr dieser Ausbildung zu Ende gegangen.

Dieses 10. und letzte Modul war nochmal etwas ganz Besonderes, ein würdiger Abschluß mit einer eingebauten „Zumutung“: Jede/r von uns sollte/durfte etwas darbieten, was Überwindung kostet, uns also rausholt aus der Komfortzone.

Im Laufe des Jahres ist das Vertrauen ineinander gut gewachsen und so konnte jede/r sich ganz echt und ehrlich zeigen – mit alten Ängsten, der Nervosität und mit sooo viel Mut und Kreativität!

Jeder Beitrag hat mich tief berührt!

Bei mir zum Beispiel ging´s um meine alte Scheu, mich mit meinen kreativen Gestaltungen zu zeigen (weil eh nicht interessant, weil´s eh die Leute nicht interessiert usw… blablabla…);

Und so war das nun DIE Gelegenheit, mein Buch, das ja aus diversen Artikeln dieses Blogs besteht, herzuzeigen und endlich einer Gruppe von Menschen etwas draus vorzulesen

Es war dann letztendlich gar nicht so schwer und es fühlt sich an, wie durch eine ganz alte Engstelle durchgegangen zu sein…. und siehe da: ich erahne und erfühle einen Raum voller heller, aufregender, freudvoller Möglichkeiten! Voller neuer Abenteuer!

Was ich noch sehr schön finde: wie jede/r von uns gewachsen ist in diesem Jahr, weiter geworden ist, freier, lebendiger – das ist schon beeindruckend und wunderbar…

Eine der letzten Übungen, durch die uns Wilfried geführt hat, möchte ich hier noch teilen, weil ich sie so schön finde – für uns selbst und über uns hinaus:

Es war eine Übung mit wechselnden Partnern; wir atmen eine erhebende Qualität ein – Mitgefühl, Kraft, Frieden, Hingabe, Freude, Liebe… – atmen sie in uns selbst hinein aus, bis wir sie gut fühlen können und dann atmen wir weiter diese schöne Energie ein und schicken sie mit dem Ausatem dem jeweils anderen Menschen.

So können wir uns selbst und einem anderen Wesen (es können ja auch Tiere, Pflanzen, Bäume, ein Bach, eine Wiesenblume…sein) soviel Gutes tun!

Der Atem, ein Segen! Danke, danke, dreimal danke!