Alles ist sowieso immer im Wandel, aber in den letzten Jahren haben sich die Wandlungsprozesse beschleunigt, immer mehr, scheint mir, im Inneren sowie im Außen.
Über das Außen will ich jetzt nicht schreiben; vielmehr über meine inneren Wandlungsprozesse und im Speziellen über meine Art des Schreibens:
Früher – und das ist schon ziemlich lange her (15 Jahre, 20 Jahre und länger) – als ich vor allem – außer in mein Tagebuch – Gedichte in meinem Lieblingscafe Bazar in Salzburg geschrieben habe, war es mir wichtig, daß das, was ich schreibe, irgendwie originell ist, hab mich bemüht um interessante Formulierungen, um schräge Reime in den Gedichten… es sollte eben irgendwie besonders sein.
Obwohl ich – großteils aus der Überzeugung heraus, daß es nicht gut, nicht interessant genug ist – fast niemandem mein Geschreibsel gezeigt hab!
Und oft konnte ich am besten schreiben, wenn´s mir richtig schlecht ging, im inneren Aufruhr, verstrickt in irgendein deftiges Drama!
Das ist alles anders geworden, ich muß nicht mehr leiden, um zu schreiben…
Das Bedürfnis, originell zu sein, ist mit der Zeit mehr in den Hintergrund getreten und statt dessen ist es mir immer wichtiger geworden, mich möglichst natürlich, aus dem Herzen heraus auszudrücken, ohne das Bemühen und den Druck, daß es richtig gut sein sollte…
Sobald dieser alte Wunsch auftaucht, ist da eine Blockade, der (Schreib)fluß stockt, fließt nicht mehr!
Besonders leicht schreibt es sich nach befreitem Tanzen, nach einer Atemreise, aus der inneren Stille heraus, wenn ich gut verbunden bin mit mir, mit dem Atem, mit dem Herzen, mit Himmel und Erde!
Da ist natürlich schon der Wunsch, das was mich bewegt, berührt, bezaubert und inspiriert, auf stimmige, mich befriedigende, authentische Weise auszudrücken… und zunehmends mit anderen Menschen zu teilen (der Wunsch, es zu teilen, ist gewachsen!) – auf daß es vielleicht den einen oder anderen auch bewegt, berührt, bezaubert, inspiriert… und auch das, was grad schwierig für mich ist, mich aus dem inneren Gleichgewicht bringt und herausfordert, will ausgedrückt werden und vor allem: wie geh ich möglichst gut damit um?! Was hilft?
Dieser innere Wandel gilt natürlich nicht nur für meine Art zu schreiben.
Ganz allgemein ist der Wunsch, irgendwie besonders zu sein, mit der Zeit mehr zurückgetreten und das erlebe ich als sehr befreiend!
Dieser Druck, dem ich von Kleinkind an durch einen super-ehrgeizigen Vater ausgesetzt war und den ich dann – auf andere Art – verinnerlicht habe, war in jüngeren Jahren ein großer Stress-Erzeuger und letztlich eine Ego-Geschichte.
Es ist so schön, meinen Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen, ohne mich sofort kleiner oder größer, unter- oder überlegen zu fühlen, ohne mich ständig zu vergleichen… und wenn doch (ob das je ganz verschwindet?) dann diese Bewertungen nicht so ernst zu nehmen und ganz zu mir, in mein Herz zurückzukehren…
Wandel geschieht und ich bete und richte innerlich aus, daß er in Richtung Frieden, Liebe, Verbundenheit geht, in ein großes freudvolles JA zum Leben – in mir und in mehr und mehr und mehr Menschen, in sich weitenden Kreisen.
AHO!
„Deine Seele ruft dich an den Ort, an dem deine größte Freude mit dem Hunger der Welt zusammentrifft.“ Frederik Büchner



























