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Die ungeliebte Lange-Weile

Was ist eigentlich schlecht an Langeweile? Es gibt wahrscheinlich nur wenige Menschen, die Langeweile nicht als etwas Negatives sehen, sondern eher neutral, als eine Erfahrung unter vielen anderen.

Stolz wird oft behauptet: „Mir ist nie langweilig, ich hab immer was zu tun!“ oder: „Mir fällt immer was ein, ich bin ja ein kreativer Mensch…!“ oder : „Ich bin doch kein Langeweiler!“ Volle Terminkalender gelten bei Vielen als Beweis für die eigene Wichtigkeit und keine Zeit zu haben zeugt davon, daß Mann/Frau voll im Leben steht.

Nun ja, ich selbst versuche Langeweile auch eher zu vermeiden – außer ich schau mir dieses Thema mal bewußt und tiefer an.

LangeWeile haben oder gar lang-weilig sein – das ist hier in unseren Breitengraden fast etwas zum Schämen („…hast du denn nichts zu tun?“)

Und so wird alles getan, um Langeweile nicht spüren zu müssen, nicht eine lange Weile ohne irgendetwas – ohne Reiz, ohne Anregung von außen, ohne action verbringen zu müssen… das halten wir nicht gut aus! Und das „müssen“ wir ja auch nicht – Ablenkungen sind immer und überall reichlich verfügbar – da genügt ja schon der Griff zum Handy! Und – noch näher: die Gedanken und ihr unablässiges Geplapper schaffen auch eine gewisse Distanz zur unmittelbaren Erfahrung.

Wenn ich mich tiefer auf dieses Thema einlasse, mich frage warum ich LangeWeile nicht möchte, dann wird mir klar: dahinter steckt die Angst vor dem Nichts, vor einer Leere, die leicht bedrohlich werden könnte oder es werden womöglich unangenehme Gefühle und Erfahrungen (Einsamkeit, Ängste, ungelöste schmerzliche Geschichten…) spürbar, die wir sonst mit allen möglichen Aktivitäten überdecken.

Vor Kurzem war in einer langen Meditation genau dieses Thema – die LangeWeile – sehr präsent und es war schon klar, worum es geht: ganz damit zu sein, sie ganz zu spüren und anzunehmen, mich in ihre gähnende Leere hineinsínken zu lassen.

Zu Beginn war ein Teil von mir (die, die immer „etwas Besonderes“ erleben möchte) ent-täuscht, aber es war klar, daß es darum geht, einfach damit sitzenzubleiben, nicht abzudriften in seichtere Gewässer und dieses Nichts willkommen zu heißen – so wie andere Erfahrungen eben auch.

Es war zunächst ein mulmiges Gefühl, eine Art Angst vor der Bodenlosigkeit dieser Leere und durch das Damit-Sein geschah schließlich die Wandlung in einen schwebenden Frieden, in einen Raum der Stille.

Die Angst, die aufgetaucht ist, war wie ein Anklang an die Angst vor dem Tod, vor dem Fallen in ein namenloses Nichts.

Steckt nicht hinter der manischen Angetriebenheit unserer Gesellschaften letztlich die Angst vor dem Tod?

Neulich hat eine heilkundige, spürige Frau während einer Behandlung zu mir gesagt:

„Stell dir mal vor, du müßtest gar nichts tun, du würdest nur das tun, was dir wirklich wirklich Freude macht und du dürftest einfach „nur“ SEIN. Stundenlang irgendwo sitzen, wenn dir danach ist, ohne etwas zu tun…usw…“

Eon Freudenschauer ist durch meinen ganzen Körper gezogen und ich hab mich sehr erleichtert und wie befreit gefühlt! Als würde ein Druck, den ich mir mache (mich immer weiter zu entwickeln, meine Gaben immer mehr zum Ausdruck zu bringen usw…) und der mir oft gar nicht so bewußt ist, sich einfach auflösen!

SEIN, ganz jetzt da sein, atmend, fühlend, in Frieden mit dem was IST – mit dem Wundervollen und auch mit dem Beängstigenden, Verstörenden – alles alles will gefühlt werden und sagt:

Just be here with me!

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Nun hänge ich noch an, was ich damals, während dieser intensiven Erfahrung von Langeweile, von NICHTS geschrieben hab:

What? I don´t know…?!

Nada niente NOTHING nix

Oh no, it´s not a beautiful vibrating NOTHING

It´s a dull NOTHING, a deaf blind dull NOTHING

An empty boring dull NOTHING

Nothingness emptiness loneliness

Accept it, be with it, breathe into it

YES to this fucking boring dull emptiness

Every full breath is a full YES!

Untersuche einfach diesen Zustand, du Forscherin in der Ödnis des Nichts!

Wie genau fühlt es sich an?

Schwer unlebendig ratlos stumpfi-mumpfi

Völlig unklar uninspiriert letschad

Not know NOTHING nix wiss´n nix versteh´n

Schwerer Kopf schwere Lider müde Augen

Läßt es sich WENDEN? wer weiß…?

Lass mal… nicht verdrängen, nicht verscheuchen

in Frieden damit sein ::::

Inspiriert von dem netten Lied „Heute ist ein guter Tag um glücklich zu sein…“… :

…heute ist ein guter Tag um gar nix zu sein

heute ist ein guter Tag für´s stumpf-Mumpfilein

es geht jetzt baden in trüben Schwaden

bitte nicht stören es will nix hören

es stockt der Fluß es stockt der Reim………

heute ist ein guter Tag um ZU zu sein

heute ist ein guter Tag für´s dumpf-Stumpfilein

denn es muß gar nix sein muß gar nix sein….

nada niente NOTHING nix

Und ausserdem: nix is fix!

Ein sehr besonderes Geschenk!

Da hat mir nun das Leben diesen Mann geschickt, diesen wundervollen und in manchen Aspekten für mich auch „schwierigen“ Mann, der mich oft ganz schön (heraus)fordert mit seinen Ecken und Kanten! Dieses Geschenk fühlt sich an und schmeckt wie eine überaus köstliche, sinnlich-verführerische Speise, allerdings mit ein paar hart-schaligen Nüssen drin. Es ist schon klar, daß Herausforderungen immer mitgeliefert werden – ich will ja meine Liebesfähigkeit trainieren, erweitern, will üben, immer verläßlicher im Herzraum zu bleiben (anstatt bei jeder kleinen Enttäuschung rauszufallen, zurück rein in alte Abwehrstrategien, um meine Verletzlichkeit zuzudecken und nicht gar so schmerzlich zu spüren). Und ich will üben, die Energie, falls sie ins Stocken kommt zwischen uns, wieder ins Fließen zu bringen, auf mehr spielerische, freundliche Art als ich das früher in jüngeren Jahren konnte. Mit mehr kreativer Leichtigkeit! Also ja, willkommen das ganze Geschenk, der ganze Mann und willkommen meine Fähigkeiten und das innere Wissen, gut und heilsam damit umzugehen…

….Dinge, die ich rufe, werden mich wie eine Königin begleiten…

Als ich mit einer weisen Freundin vor kurzem in einer Coachingstunde über dieses Geschenk gesprochen habe, hat sie unter anderem gemeint: „Achte gut drauf, daß du in deiner Kraft bleibst!“ Oh ja, zentral wichtig ist das (es ist mir immer wieder passiert in früheren Beziehungen, daß ich aus meiner Kraft gefallen bin!) und ihr Hinweis hat mich angeregt, mich hinzusetzen und drüber zu reflektieren, was mich denn in meiner Kraft stärkt und was sie schwächt.

Zunächst was sie schwächt:

Warten! Warten auf eine Antwort von ihm, auf eine bestimmte Geste, auf eine Einladung…. etwas er-warten, das sich dann so nicht erfüllt;

Kompromisse eingehen – ihm zuliebe, auch wenn´s für mich gar nicht stimmt;

Langatmige innere Monologe darüber, was mir alles in der Beziehung mit ihm fehlt… also so ein innerliches Dahinraunzen und langsam aber sicher immer frustrierter und enttäuschter, bitterer oder ärgerlicher werden

Wenn ich mit meinem Fühlen, Mitfühlen, mit meiner Aufmerksamkeit, meinen Antennen mehr bei ihm bin als bei mir selbst, wenn seine Bedürfnisse mir wichtiger sind als meine eigenen! Wenn ich ihn anders haben wil und dann enttäuscht bin, wenn das nicht klappt; Wenn ich im Widerstand bin gegen unliebsame Gefühle, die er in mir auslöst

…….uswuswusw….

Und nun – was stärkt mich denn in meiner Kraft:

Atem, Stimme und Bewegung! Freier Tanz! Improvisation! This helps me a lot to feel free to be me !

In der Natur sein – wandernd, still im Gras liegend, an einem Baum lehnend…. mit offenen Sinnen gegenwärtig;

Inspirierte Begegnungen mit anderen Menschen, mit Tieren, Pflanzen, mit anderen Wesen… Lachen, Humor!

Klar und direkt fragen, wenn ich etwas wirklich wissen oder klären möchte; Klar ausdrücken, was ich will und was ich nicht will, was ich mir wünsche, was für mich stimmt und was nicht stimmt (dabei wichtig: mit Fingerspitzengefühl, ohne Druck zu machen, ohne Vorwurf);

Liebe-voll sein, großzügig sein, einen mutigen beherzten Schritt machen, einer gesetzten Absicht treu bleiben;

Bei ihm lassen, was zu ihm gehört, zu mir nehmen, was zu mir gehört ! Das hat eine liebe Freundin gestern in einem längeren Gespräch am Telefon so gut ausgedrückt… dies auseinanderzudröseln finde ich ganz wichtig – es immer wieder zu üben und es so immer besser zu lernen!

To play! To follow my joy, my passion! To express and to share my gifts!

Rhythmen und Wellen… Und: Tanzen ist die beste Medizin!

Tanzen ist für mich tatsächlich eine der besten Medizinen – freies Tanzen, auch mal wildes Tanzen, when I sweat my prayers! Schon in den frühen 90er Jahren habe ich Gabrielle Roth und den Tanz der 5 Rhythmen in den USA kennengelernt, einige Workshops, die sie geleitet hat, mitgemacht (das war ziemlich am Anfang, mit noch recht kleinen Gruppen! ) – es war großartig, befreiend, ganz und gar „mein´s“! Habe die 5 Rhythmen jahrelang fast täglich getanzt, dann war´s mal genug und seit einiger Zeit mag ich sie wieder sehr gerne, vor allem in größeren Gruppen! Diese Rhythmen, die ja dem Leben hier auf Erden innewohnen, ihm zugrundeliegen und uns mitbestimmen, zu tanzen ist großartig – wenn der Rhythmus von sanft fließend nach einiger Zeit immer mehr anzieht und schließlich ins Chaos, in die Ekstase mündet um dann – wie erleichtert nach dem großen Sturm – überzugehen in eine lyrische Leichtigkeit, die immer ruhiger wird, um schließlich in der Stille zu landen.

Nichts im menschlichen Leben verläuft ja linear, gleichförmig, eintönig-vorhersehbar (menschengemachte Maschinen – ja, die schon); immer gibt es diese Wellenbewegungen, dieses Auf und Ab und Hin und Her… hab´s gerade wiedermal ziemlich deutlich erlebt – in der letzten Woche das „Absinken“ der Energie (war zweimal an der Kippe zum Krankwerden, was ich aber ganz klar nicht wollte – und das hat geholfen!)… und nun, seit ein paar Tagen, das Aufsteigen der Welle – ein wunderschönes freudvolles Hoch!

EIngeleitet wurde diese „Hinauf-bewegung“ von einer fantastischen Lomi Lomi Massage, die ich mir vor dem Wochenende vergönnt habe und dann vorgestern am Sonntag – das war dann so richtig der Durchbruch und die Rückkehr in Vitalität und Lebensfreude – das Tanzen der 5 Rhythmen mit 50 oder 60 Menschen in einer Turnhalle in WIen! Es hat sich angefühlt wie ein Sieg über Schwere und Trübnis, die wie eine dunkle Wolke nicht nur durch mich, sondern offenbar auch durch ganz Wien und wohl darüber hinaus gezogen ist (so viele Menschen krank, müde, fertig…). Habe das, was da in dieser Turnhalle geschehen ist – so viele begeistert tanzende schwitzende Menschen – erlebt wie ein pulsierendes Kraftfeld in der regentrüben Stadt! Großartig!

Und dann – am selben Abend, ist der ungarische Geliebte gekommen, von dem ich mich ja innerlich nach einem herzschmerz-vollen Prozess vor einigen Wochen verabschiedet habe (weil er nicht mehr auf meine Kontaktversuche reagiert hat); mittlerweile weiß ich, daß er ziemlich krank war… nun wieder gesund! Wie schön – wieder haben wir sehr sehr lustvoll das Leben gefeiert! Was für ein Geschenk!

Für heute Vormittag waren von Astronomen und Astrologen sehr starke Sonnenstürmen vorhergesagt worden, die uns körperlich ziemlich zusetzen könnten, auch auf der emotionalen Ebene oder aber uns inspirieren und strahlende Freude bescheren könnten. Ich durfte letzteres erleben – eine große staunende Offenheit für diese leuchtenden, liebe- und freudvollen Energien der Sonne, es war wunderschön! „Love is in the Air…“

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Nun ist es schon Nacht geworden, spät…. nach einer längeren Meditation hab ich spontan wieder mal eine Karte aus meinem geliebten Krafttier-Orakel von Jeanne Ruland gezogen und wer hat sich mir gezeigt? Delfin! Lebensfreude! Seine / ihre Botschaft: Habe Spaß, spiele und probiere dich aus, surfe die Wellen des Lebens… der Energiefluß setzt jetzt ein.

Das war voriges Jahr im März, in Mexico, am Pazifikeine ganze wundervolle Delfinschule!

Ich finde das so cool, wenn die Botschaft so klar zu meinem Erleben passt, es erweitert, alles so schön auf den Punkt bringt und mir richtig gut tut! Immer besser surfen lernen – die Wellen und Rhythmen des Lebens! Und spielen, mich ausprobieren, freudvoll forschen… Spaß haben und genießen!

JA! JA! dreimal JA!

Immer zur richtigen Zeit!

Vor einigen Monaten in einer nächtlichen Zeremonie mit einer Pflanzenmedizin ist mir unter anderem sehr deutlich und ganz praktisch in einer sehr körperlichen Notlage gezeigt worden: wann immer du wirklich Hilfe brauchst, ist sie da! Genau zum richtigen Zeitpunkt! Was für ein Geschenk!

Dies tief drinnen zu wissen und auch darauf zu vertrauen, erfüllt mein Herz mit großer Dankbarkeit… in diesem Vertrauen fallen viele Ängste und Besorgnisse ab; es hilft mir sehr, beherzter in unbekannte Situationen reinzugehen, Neues zu erforschen, herausfordernde aber verlockende Einladungen und Angebote freudig anzunehmen… Es gibt mir das wärmende Gefühl: ich bin niemals allein!

Immer wieder darf ich das erleben – auf meinen Reisen, im Alltag, egal wo… In Marokko ist es mir mehrmals passiert, daß – wenn ich etwas suche, zögere und anfange, in die verkehrte Richtung zu gehen, jemand zu mir herkommt und mir den richtigen Weg weist; bei einsamen Wanderungen, die nicht so gut markiert sind und wo ich bei Weggabelungen manchmal nicht weiß, wo´s weitergeht, ist immer wieder genau zu dem Zeitpunkt jemand aufgetaucht und hat mir den Weg gezeigt; als ich Anfang Dezember nach meinem spontanen Auszug aus der Waldviertler WG nicht wußte, wo ich wohnen werde, haben mir in einem Stimm-Workshop unmittelbar danach zwei Frauen spontan ihre Wohnungen angeboten für eine bis zu mehreren Wochen, in denen sie nicht in Wien sein würden… sofort war die Hilfe da! Und gestern eine kleine Szene auf der Straße passt auch noch dazu: nach einem Einkauf ist das papierene Sackerl voller Lebensmittel plötzlich gerissen und die Butter, die Äpfel, die Reismilch, die Schokolade und vieles mehr sind auf den Gehsteig gekollert; als ich gerade anfange, alles zusammenzusuchen und mir zu überlegen, wo ich all die Sachen jetzt unterbringen werde, winkt mir ein Mann im Näherkommen mit einem stoffenen Einkaufssackerl zu und meint: „Hier, bitteschön, das Sackerl brauch ich eh nimmer!“ BIn sehr berührt und bedanke mich von Herzen bei dem Mann und bei meinen guten Geistern!

LASS ES ZU

In letzter Zeit ist mir öfters dieses Lied von Erika Pluhar eingefallen… Hier ein paar Zeilen, fragmentarisch:

Lass es zu daß du dich schwach fühlst und beschämend klein… laß es zu wie eine Schnecke ohne Haus zu sein… lass es zu daß du dich schön fühlst wie ein Märchenschloss… laß es zu, daß jede gute Zeit vergeht… lass es zu daß man dir tief in deine Seele schaut… laß es zu daß man dir weh tut, deinen Stolz verletzt… laß es zu doch nimm die Waffe trotzdem nicht zur Hand… laß es zu, steh mit dem Rücken ruhig zur Wand… laß es zu dein Lachen deine Fröhlichkeit, laß es zu daß zwischen Tränen dich die Sonne freut… laß es zu daß du ein Mensch bist und kein Wundertier… laß es zu dein Leben heute jetzt und hier...usw….

Lass es zu, daß zwischen Tränen dich die Sonne freut… genau so ein Tag war heute und er hat mit einem hoch im Morgenhimmel leuchtenden Regenbogen begonnen! In der Früh! Sehr ungewöhnlich und magisch!

Ganz alter Herzschmerz – ausgelöst von diesem Mann (von dem ich mich ja bereits vor der Marokkoreise losgelöst habe und der dann doch wieder in mein Leben kam, der meine Seele, mein Herz berührt) kommt immer wieder hoch, läßt mich sehr verletzlich fühlen (wie eine Schnecke ohne Haus) und läßt alte Verhärtungen weich werden (viele Menschen lächeln mir spontan zu!), fast gleichzeitig kann ich mich an der zauberischen Stimmung dieses Tages erfreuen, an der Sonne, die immer wieder mal kurz zwischen den Wolken hervorstrahlt, auch an einem inspirierenden Gespräch mit einem lieben Weggefährten, dann kommen wieder Tränen und gleichzeitig Dankbarkeit… es ist, als würde ein sanfter Regenbogen, der alle Gegensätze auflöst, sich auch IN mir ausbreiten…

So vieles passiert gleichzeitig! Schweres, Leichtes, Aufregendes, Ja und Nein, Inspirierendes, Berührendes, beherzte Schritte um das, was ich in die Welt bringen möchte, weiter zu bewegen – zum Beispiel ein Buchprojekt…

Ja, ein Buchprojekt! Vor einiger Zeit ist der Wunsch, einzelne Artikel aus diesem Blog zu nehmen und daraus ein Buch zu machen, aufgetaucht und eben dieser Wunsch nimmt nun langsam Gestalt an! Einige Freundinnen haben mich schon öfters dazu ermutigt und mein langjähriger Freund und Helfer in allen Computerfragen und bei meinen kreativen Projekten – ein sehr feiner Mensch und Künstler – hat begonnen, mir bei der Auswahl der Texte zu helfen und in der Folge wird er dann auch das Layout gestalten und sich um den Druck kümmern.

Ich staune voller Dankbarkeit, wie leicht das alles geschehen darf und wie ich immer wieder zur richtigen Zeit genau die richtige Hilfe bekomme! Ich darf vieles loslassen, muß nicht alles selber können und machen, darf mich einfach auf das konzentrieren, was mir wichtig ist und mir wirklich Freude macht!

Lass es zu! Oh ja!

Schon wieder zurück im Winter!

Es war eine kurze, aber sehr schöne, interessante und unterhaltsame Reise und huschwusch – schon ist alles wieder Vergangenheit und ich sitze im Zug von Salzburg nach Wien, wo ich die nächsten beiden Wochen in der Wohnung einer Freundin (die gerade in Afrika weilt!) wohnen kann.

Die Rückreise mit der Fähre von Tanger in Marokko nach Genua war lang (ungefähr 55 Stunden) und sehr gemütlich. Beim Einchecken bin ich mit einer interessanten Frau aus dem Tessin ins Gespräch gekommen und wir haben uns gleich so gut verstanden, daß wir dann an Bord versucht haben, noch nachträglich eine Kabine zu bekommen; wir hatten beide nur Liegesessel gebucht und für drei Nächte an Bord ist das doch ziemlich ungemütlich… Es hat geklappt, noch dazu zu einem sehr guten Preis und so haben wir – gemeinsam mit ihrem Hündchen – eine Kabine geteilt und in richtigen Betten (!) ziemlich gut geschlafen! Schlafen, essen, auf dem riesigen Schiff herumspazieren, uns gut unterhalten (meine neue Reisegefährtin ist Bildhauerin und wir freuen uns, daß wir uns begegnet sind!), wieder essen, lesen, schlafen… und so weiter und so vergeht die Zeit recht angenehm… bis wir gestern in der Früh in Genua bei Sonnenaufgang an Land gehen.

Nach einem kleinen Frühstück in einer Bar verabschieden wir uns und da mein Zug nach Salzburg erst am Abend geht, habe ich einen ganzen Tag in Genua, dieser interessanten Hafenstadt! Bin beschwingt und voller Dankbarkeit – fühle mich getragen und reich beschenkt vom Leben – immer wieder! Auch die Begegnung mit dieser tollen Frau und ihrem Hund – ein Geschenk!

Und nun ein milder sonniger Tag in Genua – mich zieht´s in die Hügel hinauf und ich genieße den Blick auf die Stadt, den Hafen, auf´s Meer, in den blauen Himmel…

… zwischendurch die Besuche in netten Bars mit Cappuccino (endlich wieder guter Kaffee und Schokolade…!)

…dann später das Bummeln durch enge Gassen, das bunte Treiben der Menschen verschiedenster Herkunft, die kleinen Läden der Italiener, der Nordafrikaner und Schwarzafrikaner… I love it!

Und zuletzt mit dem Nachtzug (in einem Abteil ganz für mich alleine) nach Salzburg! Schön, daß auch hier die Sonne scheint bei ziemlich milden Temperaturen…

DANKE DANKE DANKE für diese Reise, für all die schönen Erfahrungen und EIndrücke!

Schreib-und Mußestunden im Hotel

Diese Stunden im Hotel – mit Blick auf die Hafenkräne, auf´s Meer und in den blauen Himmel genieße ich sehr! Die Straße mit den paar Hafenkneipen und kleinen Läden bin ich schon ein paar Mal auf- und abgegangen und so gibt es keine weiteren Ablenkungen – ich bleibe einfach im Hotelzimmer und schreibe!

Nun wieder zurück – vor einer Woche:

Also, nach dem etwas wehmütigen Abschied vom Georg (wir hatten ja eine gute gemeinsame Zeit!) bin ich dann mit frischer Abenteuerlust alleine weitergereist.

Erst mit dem Taxi collectivo, dann mit dem Zug nach Marrakesh. Ein österreichischer Wüstenfahrer, den wir in Assilah getroffen haben, hat mir von einem hübschen Campingplatz bei Marrakesh erzählt – dort beziehe ich ein schönes großes (fixes) Zelt für ein paar Tage. Soviel Platz rund um mich herum, für mich alleine! Das ist ganz wunderbar – nach all den Nächten in Georg´s Camper, in denen ich umwuchert von Gwand und Kisten und unendlich viel Krimskrams auf kleinstem Raum nicht gar so gut geschlafen habe! Und es gibt eine saubere Dusche mit warmem Wasser – großartig!

Mein Zelt!

Marrakesch – eine wurlige, quirlige magische Stadt! Sehr weit ausgedehnte Plätze voll von Spielern, Gauklern, Akrobaten, Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern… mit jeweils Trauben von Menschen rundherum, alles ist in ständiger Bewegung und formiert sich immer wieder neu, dazwischen knattern und brausen die Mopeds, schlängeln sich die Radfahrer, preisen die Händler lautstark ihre bunten Waren an… eine Weile faszinierend, dann wird´s fast anstrengend, diese chaotische Überfülle an Sinneseindrücken – Düften, Gestänken, Lärm, Farben, Mustern, Schönes und Häßliches dicht nebeneinander…

Und dann die Souks, die Märkte – wieder eine bunte faszinierende Überfülle an Kunsthandwerk, Handwerk, Essen… auf kleinstem Raum, in engen Gassen…

Was mich begeistert:; wie freundlich und hilfsbereit die Menschen sind, auch die Männer! Nicht so wie früher, als wir Frauen kaum in Ruhe gelassen wurden, sondern ich werde respektvoll behandelt und immer wieder gibt es auch lustige, humorvolle kleine Begegnungen! Die Vorzüge des schon Älterseins, der weißen Haare! Juju!

Einer der Gründe, warum ich nach Marrakesh wollte, war der Garten von Andre´Heller und er ist wirklich wunderschön, im Heller´schen Stil eben – ähnlich wie sein Garten in Gardone am Gardasee.

Ja, und dann war´s auch wieder genug… Abschied von Marrakesh… Mein Ticket für die Überfahrt mit der Fähre von Tanger nach Genua am 27. Jänner ist gebucht und es bleiben mir nur noch wenige Tage bis dorthin…

Mit dem Zug geht´s stundenlang wieder Richtung Norden…

Vom Zug aus…

In Assilah schließt sich dann der Kreis und ich freue mich, nochmal einen Tag und eine Nacht in dieser wunderschönen Stadt zu verbringen. Immer wieder ergeben sich nette Gespräche mit Einheimischen, vor allem die Frauen freuen sich an einem Schwätzchen!

Ich hatte großes Glück mit meiner Unterkunft – wieder sehr großzügig, mit Terrasse und schönem Ausblick, mit Kochmöglichkeit und freundlicher Familie…

Wäre gern noch einen Tag länger geblieben, aber die Fähre ruft!

Und so bin ich gestern hierher nach Tanger Med gefahren, nur um dann zu erfahren, daß ich mich im Datum geirrt habe, also einen Tag zu früh dran bin! Hihaha!!! 😂

Diese kleinen Hoppala´s sind dann oft Glücksfälle – ich mag diese rauhe Atmosphäre von großem Hafen, kleinen Kneipen und vor allem dann wieder die Ruhe meines Hotelzimmers!

…das war gestern abends…

Jetzt ist Mittag – ganz sicher der 27. Jänner! Noch ein paar Stunden, dann kann ich tatsächlich einchecken; um 23 Uhr wird dieses Riesenschiff dann ablegen…

Wiedermal Marokko!

Nun bin ich schon wieder auf der Rückreise, genauer gesagt ganz in der Nähe vom Fährhafen Tanger Med. Nachdem ich mich kurioserweise im Datum geirrt habe – ich war ganz sicher, daß heute der 27. Jänner ist, also der Tag, an dem meine Fähre nach Genua ablegt – bin ich heute am frühen Nachmittag hier angekommen (ich wäre gern noch einen Tag im schönen Städtchen Assilah geblieben!) Auf der Suche nach meiner Fähre hat mich ein sehr netter junger Polizist aufgeklärt, daß heute erst der 26. Jänner ist (!) und ich mußte sponan lachen und lachen und er mit mir! Ein Taxi hat mich dann zu einem Hotel in der Nähe des Fährhafens gebracht und hier bin ich nun und habe ganz viel Zeit… es gibt hier wirklich – außer Essen und Schlafen – nichts zu tun und so komme ich endlich zum Schreiben… super!

Also nun ein kurzer Rückblick auf die bisherige Reise:

Begonnen hat alles so: da ich seit Mai des vorigen Jahres ein Nomadenleben führe (ohne fixe Wohnung), war ich offen für ein Angebot, das mir wie auf dem Silbertablett präsentiert wurde: ein Bekannter einer Freundin habe vor, mit seinem Camper nach Marokko zu fahren und würde ganz gern jemanden mitnehmen. Dieser Bekannte war mir beim Kennenlerntreffen sympathisch und umgekehrt wohl auch und so haben wir die gemeinsame Reise beschlossen; ich mit der Einschränkung, daß ich so lange mitfahren werde, wie es für mich stimmig ist.

Und ein paar Tage später, Mitte Jänner war´s dann soweit – bei Schnee und strahlendem Sonnenschein sind wir losgefahren, immer südwärts… über Innsbruck, den Brenner, Bozen… ich bin beeindruckt, wie der Georg die schönsten „wilden“ Stellplätze zum Übernachten mit Hilfe von google maps findet (bei Kirchen, bei Baustellen, auf Parkplätzen überm See und am Meeresufer…)…

Die Fahrt am Ostufer des Gardasees entlang ist wunderschön, ich bin fasziniert von den gedeckten Farben des Winters, von den feinen, wie schwebenden Grau-Blau-Nuancen des Sees und der Berge und außerdem es ist wunderbar ruhig, keine Touristen unterwegs…

Der Blick von unserem Schlafplatz aus!

Und dann gemütlich immer weiter runter, westlich an Genua vorbei, ein guter Schlafplatz direkt am Meer, am nächsten Tag rüber nach Westen – ein Viele-Kilometer-Fahrtag unter trübem Himmel, unter feinen, feuchten Nebeln oberhalb der dicht besiedelten, zerhüttelten Cote dÁzur…und so weiter… bis nach Sete, unserem Fährhafen, wo wir uns am folgenden Nachmittag einschiffen.

So sind wir in der Früh bei Sete aufgewacht!

In Sete herrscht ein buntes Treiben im Hafen – jede Menge marokkanische Transporter, hoch aufgepackelt mit Sperrmüll aus Europa und viele schicke Wohnmobile, meist ältere französische Paare…

Die Überfahrt ist gemütlich, unterhaltsam, erholsam, dauert lang (ca. 45 Stunden), bei ziemlich schlechtem Essen und bruchstückhaftem Schlaf (immerhin habe ich eine etwas versteckte gepolsterte Bank ausfindig gemacht, wo ich doch jeweils ein paar Stunden schlafen kann)

Gibraltar

Und dann sind wir nach 2 Tagen und 2 Nächten auf einmal in Marokko, im Hafen von Tanger!

Arrive´! Es ist ziemlich lange her, daß ich das letzte Mal in Marokko war – ungefähr 20 Jahre! Das erste Mal war ich vor 50 (!!!) Jahren hier, gleich nach der Matura mit einer Freundin… da gab´s noch kaum Touristen, nur ein paar Hippies am Strand von Essaouira!

Eine neue Erfahrung für mich, mit dem Camper in Marokko unterwegs zu sein… der Campingplatz ca, eine Stunde südlich von Tanger – in Assilah – ist dicht belegt mit französischen Wohnmobilen und einigen hochgerüsteten strammen Wüstenfahrzeugen! Wir haben interessante Nachbarn: eine zarte Engländerin und ein robuster Maori – sehr symapthisch beide!

Die Medina von Assilah begeistert mich – eine kleine, leuchtend-weiß-blaue Stadt am Atlantik…

Am nächsten Tag fahren wir ein kleines Stück weiter südwärts, in ein Dorf an einer friedlichen Lagune – der Georg war schon mal hier… auf der Straße fängt uns ein Marokkaner ab, um uns seinen privaten Campingplatz anzubieten… wir nehmen an – wieder ein sympathischer Schlafplatz bei einer netten Familie!

Georg hat vor, mehrere Monate in Marokko zu bleiben und sich ganz langsam auf das Land einzuschwingen; für mich steht eine Entscheidung an: will ich auch tiefer eintauchen in dieses Land und länger mit ihm unterwegs sein oder nicht? Ich horche und spüre in mich hinein und es wird mir klar: es zieht mich zurück nach Wien!

Obwohl die Reise bisher fein war, unkompliziert und unterhaltsam (Georg ist ein liebenswerter, interessanter und witziger Zeitgenosse!) hatte ich doch immer wieder das Gefühl: „Ja eh, es ist eh schön, aber die Freude geht nicht wirklich tief… es ist, als ob ich schon recht satt wäre von all den äußeren Eindrücken… wirkliche Erfüllung fühlt sich anders an…“… Außerdem finde ich es auf Dauer anstrengend, immer mit einem anderen Menschen (auch wenn er noch so sympathisch ist) auf engem Raum zusammen zu sein, immer in SEINEM Raum zu sein! I need my own space again!

Und vor allem der Vorsatz, den ich für dieses Jahr ganz klar gefasst und formuliert habe, hat gewunken und gerufen: „Hej, remember me!“ Es war so klar zu Jahresbeginn, daß es Zeit ist, meine Begabungen mehr zur Entfaltung zu bringen, so daß sie deutlicher wirksam werden in der Welt! Also habe ich damals beschlossen, meine Entscheidungen danach auszurichten und mich nicht immer wieder hierhin oder dorthin ablenken zu lassen…

Ja, und so habe ich mich am nächsten Tag vom Georg und von der gemeinsamen Reise verabschiedet und habe mich auf den Weg nach Marrakesh gemacht…. eine Woche gebe ich mir noch in Marokko, bevor ich wieder den Heimweg antrete!

Fortsetzung folgt!

Durch die Brüche kommt das Neue herein!

„… it´s the cracks, where the light comes in…“ hat schon Leonard Cohen gesungen….

Solche Brüche in meiner bisherigen Erfahrungswelt hat es in letzter Zeit öfters gegeben, eigentlich immer wieder, in unterschiedlicher Gestaltung. Jeweils bewirkt durch Menschen, deren Verhalten mich innerlich ausgehebelt hat („wie kann jemand nur so sein? so schräg agieren…?“) und das zu einem Bruch, einer Trennung geführt hat, zuletzt mit einem geliebten Mann. Diese Brüche sind wie ein inneres Beben, stiften Verwirrung, seelische und oft auch körperliche Schmerzen und sie „zwingen “ mich, einen Schritt zu machen – „nach vorne“ oder „nach hinten“! „Nach hinten“, in die alte Welt der Ablehnung, der Trennung, der Manipulation, der subtilen Rache – das ist keine Option mehr… also „nach vorne“ in zunehmend weites helles Land, in warmes Licht auf fruchtbarer heilender Erde…. auch wenn es sich zunächst ungewohnt und schwer anfühlt (ein Affront für´s Ego!), auf die alten Reaktionsweisen zu verzichten und die Herzenstüren zumindest ein Stück weit offen zu halten!

Es fühlt sich an wie an der Schwelle zu diesem weiten hellen Land zu stehen, reinzuschnuppern, erste Eindrücke zu bekommen, wie es sein kann, darin zu leben…

LEBEN – Frei!

Frei von Schuld und Scham! Frei von falschen Heiligen, von falscher Moral! Frei von Rechthaberei! Frei von Schubladen-Krämerei! Frei von Wut und altem Groll!

Frei! Frei zu leben, wie es mir entspricht! Frei zu lieben, wie es mir gefällt! Frei, das Leben bunt zu feiern!

. – . – . – . – . – . – . – . – . –

Durch die heftige und sehr kurze Liebes-„Affaire“ mit einem Mannn war ich plötzlich mitten drin in der alten Mann-Frau-Dramatik voller Leidenschaft, Erotik und Verlassenwerden-Schmerz. Habe eine Runde dieses erregenden und auch anstrengenden Tanzes mit ihm wie im Zeitraffer gedreht – aus großer Höhe bereits nach der dritten Begegnung der Fall in Trennung und Schmerz, der BRUCH. Und doch: Hinter all der Verwirrung das leise innere Wissen: es soll wohl genau so sein… it´s ok…

Und natürlich war da immer der Wunsch, die Absicht, möglichst gut und heilsam damit umzugehen – eben nicht „nach hinten“, sondern „nach vor“ zu gehen und nun spüre ich, daß es „gelungen“ ist… konnte mich vor ein paar Tagen innerlich in Frieden von ihm verabschieden und große Dankbarkeit für das Wunder-volle dieser Begegnung empfinden… es war trotz allem ein Geschenk, eine duftende Rose mit kräftigen Dornen!

Und nun sehe ich dieses weite offene Land vor mir, ohne Drama, mit viel Freude und Humor and lots of love! Und – in wunderbarer Synchroniztät dazu hab ich gerade ein paar Zeilen von Claudia Hohlweg, einer feinen Astrologin gelesen: „…Es fühlt sich ein wenig an wie in einem Märchen: wir stehen neugierig vor einem Tor, schauen durch ein Guckloch und erhaschen erste Einblicke in eine neue, noch unbekannte Welt. Doch sie scheint vielversprechend, gar verheißungsvoll zu sein und alles in uns weiß: da will ich sein!“ Ja, genau so fühlt es sich an!

Wiedermal bin ich fasziniert von der Choreographie meines Lebens: Das Bühnenbild für die leidenschaftliche, hoch-komplizierte Mann-Frau-Geschichte ist weggebrochen und nun das Bild mit dem Tor und dem Gucklock… Durch den Bruch kommt das Neue herein („…it´s the crack where the light comes in…“). Ich fühle große Dankbarkeit, daß ich in Frieden sein kann mit diesem so intensiven Prozeß… and I feel FREE to move on – innerlich und auch äußerlich: morgen werde ich mit einem Mann, den ich eben erst kennengelernt habe, in seinem Camper Richtung Marokko fahren – die Wellenlänge zwischen uns stimmt! Mal sehen, wie weit ich mitfahren werde…

Just in dem Moment, als die oben erwähnte Geschichte mit dem Geliebten kompliziert und schwer zu werden begann, ist mir diese Möglichkeit zugespielt worden und es hat sich sofort leicht und irgendwie spielerisch angefühlt. Und so habe ich sofort Ja gesagt! Es fühlt sich an wie: raus aus einer alten Enge, rein ins weite offene Land!

Und zwischendurch darf ich bei meiner Clownfreundin mit ihrer bunten Familie in ihrer Villa Kunterbunt wohnen – das ist sehr erfrischend, wir lachen viel und das ist beste Medizin… eine Freude!

Ich habe unter anderem gelernt, daß ich – um eine alte, noch unheile Geschichte wenden und in Frieden beenden zu können – nur meine Intention und meine Bitte um Führung brauche… es braucht den Mann nicht unbedingt dazu, wenn er nicht dazu bereit ist; und ich muß nicht unbedingt verstehen, warum er so und nicht anders agiert hat und ich muß mich nicht unbedingt von ihm verstanden fühlen. Sehr befreiend, wenn so ein Loslassen geschieht!

Der Tanz von Frau und Mann

Nach längerer Pause hat´s mich wiedermal „erwischt“ – der magnetisch-erotische Tanz mit einem Mann! Höchst intensiv und schon wieder vorbei… von ekstatischen Höhen runter in den uralten Verlassensein-Schmerz… Intensive Gefühle, Tränen, innere Einsicht, daß alles gut so ist, wie´s ist, daß ALLES aus Liebe geschieht, daß es um Heilung geht! Und dann wieder inneres Herumrudern – auf der Suche nach einem guten Weg, heilsam damit umzugehen… immer wieder ein Hin und Her zwischen einem klaren „Nein“ („nein, dieses jähe Unterbrechen der gerade noch wundervollen Verbundenheit, ohne ein weiteres Wort von ihm – das brauch ich nicht mehr…, nein danke!“) und dem tiefen Wunsch, dieses uralte Drama mit Liebe zu wenden – in eine neue Art von Beziehung, in der Frau und Mann sich in der Tiefe erkennen, einander ehren und lieben in ihrem Sosein. Ich hätte mir gewünscht, daß wir durch ehrliches Uns-einander-Zeigen (ganz, nicht nur die Zuckerseiten!) und durch meine Entscheidung, die Herzenstüren offen zu halten, Brücken bauen können zwischen scheinbaren Unvereinbarkeiten, Unzulänglichkeiten, zwischen alten Brüchen… aber anscheinend geht´s doch eher darum, daß ich für mich die inneren Prozesse durchlebe, um so in mir die alten Verletzungen heilen zu können.

Ich lese gerade ein wunderschönes Buch – mit schwerem Inhalt, großem Tiefgang, großartig geschrieben, sehr poetisch und sehr berührend. „Das Leben Ist ein vorübergehender Zustand“ von Gabriele von Arnim – sie beschreibt in großer Klarheit und Ehrlichkeit ihr gemeinsames Leben mit ihrem – nach zwei Schlaganfällen schwerstbehinderten, einstmals tollen, voll und saftig im Leben stehenden Mann. Zehn lange Jahre lang! Trotz dieses schweren Themas ist das Buch nicht wirklich bedrückend, es leuchtet an vielen Stellen!

Sie schreibt viele wunderbare Sätze und Abschnitte im Buch… hier dieser, weil er gerade so gut dazupasst: „Vielleicht ist Liebe genau die Tür, die man öffnen muß, um sich gegen die Drachensaat der Zumutungen behaupten zu können….“

Im selben Zusammenhang zitiert sie Theodor Fontane, der geschrieben hat: „Die Liebe lebt von liebenswürdigen Kleinigkeiten.“

Oh ja, das finde ich auch! So kleine Freundlichkeiten, Liebenswürdigkeiten sind gut für die Liebe, für die Freundschaft, für die Seele! Sie stärken das Vertrauen ineinander!