Kategoriearchiv: Hannablog

Ein paar herbstliche Bilder…

Viele Kraftplätze hier in der Umgebung!

Eine Wanderung in der Wachau!

Und noch ein paar meiner kleinen Gestaltungen:

Rosmarin-Ernte

Mein kleiner Altar

„Maisgöttin“

Von einem Drachen geträumt, eine Karte mit dem Drachen gezogen und eine Wurzel gefunden, die wie ein Drache aussieht! Drachenzeit! Befreiung, Ent-fesselung! Puff, the Magic Dragon… der alte Song von Peter, Paul and Mary – immer noch bezaubernd!

Das Schwein hab ich auch gezogen als Karte – Glück-verheissend!

Wechselbäder der Gefühle

Nun bin ich also seit 2 Wochen hier, in einem kleinen Dorf im Waldviertel, in einem großen alten ebenerdigen Haus (einige Jahrhunderte alt, eine ehemalige Taverne an einem ehemaligen ? Pilgerweg) mit riesigem Garten, großen Nebengebäuden, einem zweiten Haus, in dem es einen schönen Seminarraum gibt…in einem winzigen Zimmer! Fix leben hier zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und Fluffy, ein sehr spezieller Hund – ein entzückendes, verschmustes Kerlchen, das so gut wie gar nicht folgt, total verzogen und stur ist und mich manchmal – wenn ich mit ihm spazieren gehen möchte – auf die Palme bringt! Er geht keinen Schritt, wenn wir nicht dahin gehen, wohin ER will! Alpha hoch drei! Und sonst ist da ein Kommen und Gehen von interessanten, meist jungen Menschen, die helfen, in diesen großen Räumen etwas mehr Ordnung zu schaffen.

Es ist intensiv! Immer wieder schwanke ich zwischen: so schön, daß ich hier bin und nun so ganz anderes leben kann mit tollen Menschen und: nein, das geht gar nicht – nicht mehr frei über meine Zeit verfügen zu können (der Deal ist ja: freie Miete, dafür Mithilfe in Haus und Garten), all die Stimmungen und Schwankungen im Haus miterleben zu müssen, kaum Privatsphäre zu haben… puh! Und vor allem: eine der beiden Frauen löst ganz schön heftige Wechselbäder der Gefühle in mir aus – ich erlebe sie als dominante, wuchtige charismatische Feuerfrau, laut und auch höchst wunderbar, mit einem großen Herzen und enormen Potential! Eine Art magische Hochschaubahn…

Ja, mal sehen… Ich schwanke also zwischen: ja, diese Situation ist eine Chance, mir noch mal die alten Themen von Macht/Ohnmacht, Widerstand gegen Autoritäten und dominante Menschen anzuschauen und in Heilung zu bringen und andererseits mich zu fragen: brauch ich das noch? ist es nicht besser, etwas sein zu lassen, das sich nicht wirklich gut und stimmig anfühlt…? Puh, so schnell geht´s heutzutage, daß die unerlösten alten Themen hochgespült werden!

Ich/wir kommen diesen Themen also icht aus, solang sie nicht transformiert sind! Die Astrologin Silke Schäfer schreibt in ihrem Telegram-kanal, daß diese zwei Wochen zwischen den beiden Finsternissen (ringförmige Sonnenfinsternis am 14.10., Neumond und partielle Mondfinsternis am 28.10., Vollmond) sehr bedeutsam sind und wir darauf achten sollen, was uns besonders beschäftigt, triggert, welche Prozesse jetzt neu in Bewegung kommen und welche zu Ende gehen… Intensiv sind die Zeiten sowieso, wahrscheinlich fast egal, ob hier oder anderswo…

Was mir am allerwichtigsten erscheint: ganz gegenwärtig zu sein mit dem, was gerade IST bzw. mit dem, was ich gerade tue und so die andauernd kreisenden Gedanken anzuhalten, die aus der Vergangenheit kommen und oft soviel Unfrieden stiften! Das darf ich immer wieder bei den verschiedenen Tätigkeiten üben – beim Laubkehren, beim Äpfel einkochen, beim Rosmarin ernten, beim spazieren gehen… und perfekt dazu passend habe ich vorhin einen Text von Amma im Internet gelesen:

What a shift!

Jeden Tag auf´s Neue wundere ich mich voller Dankbarkeit, wie sehr sich mein Leben verändert hat – vor allem seit dem Einzug ins Waldviertel in die Wohngemeinschaft… What a shift!

Das Leben im Camper war schön, hat mich reich beschenkt mit wundervollen Orten, mit einigen wirklich feinen Begegnungen, mit herrlich freier Beweglichkeit ohne jeden Zeitdruck… mein Zeitgefühl war komplett anders als zuvor – sehr gedehnt – drei Wochen haben sich angefühlt wie drei Monate… es war also ein seeehr langer und sehr erlebnisreicher Sommer! Ein weiteres Geschenk während des Lebens im Camper: die Achtsamkeit und das Vertrauen in meine innere Führung haben sich vertieft… immer wieder reinspüren: Was ist jetzt dran? Was fühlt sich jetzt stimmig an? Was ist der nächste Schritt? In welche Richtung zieht´s mich? und das geht ja weiter und weiter…

Und doch war die Zeit im Camper nicht so neu wie jetzt das Leben in der Gemeinschaft! Bin ja immer schon viel im Bus unterwegs gewesen, nur nicht fünf Monate am Stück und immer hatte ich meine Wohnung im Hintergrund, in die ich jederzeit zurückkehren konnte. Das viele Alleinsein im Nomadenleben war mir auch nicht neu und das hat sich zeitweise schon etwas spröde angefühlt!

Und nun – seit ich im Waldviertel bin – gibt es schöne neue Begegnungen mit kreativen, inspirierten Menschen, die ich bei einem Tag der offenen Tür in einem kleinen Nest ganz oben im Waldviertel kennenlernen durfte – Nahrung für die Seele und meinen kreativen Geist! Das ist wie Regen auf trockene Erde – ein Segen! Das sind vor allem Frauen, die sich frei tanzen, Improtheater spielen, singen, tönen, meditieren… also genau in den Bereichen wirken, die auch für mich so essentiell wichtig und lebensfördernd sind! Eine dieser Frauen hat mir ein paar Zeilen in einem tollen Buch gezeigt, die ich sehr schön und wahr finde:

Es geht nicht darum, Kunst zu machen, sondern darum, in diesem großartigen Zustand zu sein, der Kunst unvermeidlich entstehen läßt. Also im Flow zu sein, verbunden, gut gehimmelt und geerdet!

Was mich auch sehr freut: daß sich meine alte Liebe zu Wien, die in den letzten Jahren fast eingeschlafen ist, wieder erneuert! Es liegt wirklich zu einem großen Teil (oder nur?) an mir, wie ich etwas wahrnehme, mit welchen Augen ich etwas anschaue…

Von Eggenburg ist es mit dem Zug nur eine Stunde nach Wien – da sind also auch neue Verbindungen am Entstehen zu interessanten Menschen und Orten, um eben diese meine Gaben zu pflegen und zu beleben… eine Fülle an Möglichkeiten tut sich da auf… Circle Song, freier Tanz, eine Art Improtheater kombiniert mit Aufstellungsarbeit… spannend!

Diese Zeilen hab ich vor Jahren mal aus einem schönen Roman von Szuzsa Bank rausgeschrieben und nun hab ich sie wiedergefunden – auf dem Deckel einer Schachtel mit Schreib- und Mal- und Zeichensachen!

Erste Impressionen

Wie sehr ich das liebe, an einem Ort neu anzukommen und nach und nach die Umgebung zu erforschen – bummelnd, wandernd, mit dem Rad… und meist „aufnahmebereit“! Also das was mir gefällt, mich berührt, was mir auffällt, aufzunehmen mit der HandyKamera – immer dabei! Und so bin ich heute durch das Dorf im Waldviertel, in dem ich die nächsten Monate verbringen werde, geschlendert. An der Kirche und an den vielen Heiligen vorbei, die auf hohen Säulen verklärt in den Himmel blicken, durch alte Kellergassen, die mich begeistern… alles sehr echt, schlicht und unaufgeregt – ich mag das sehr! Und Gott sei Dank völlig abseits jeglicher Touri-route – für mich, die ich viele viele jahre im tourismusgeplagten Salzburg gelebt habe, eine wahre Wohltat!

Das Haus, in dem ich nun mit mehreren Menschen leben werde, ist mehrere hundert Jahre alt, war ursprünglich eine Taverne an einem Pilgerweg und ist wunderschön. Und die Menschen in diesem Haus: herzlich, offen – wunderbar! Hab mich gleich willkommen gefühlt und am richtigen Ort! Feine, inspirierte, achtsame Begegnungen und Gespräche erfreuen mein Herz! Fühle mich gut im flow und voll der Freude und Dankbarkeit über diesen Umschwung und Aufschwung in meinem Leben!

Ein paar erste Bilder:

Und hier das Haus:

Ein Tag später – mit Sonnenschein! EIne kleine Erkundungsfahrt mit dem Rad:

Aufbruch ins Unbekannte

Als ich gestern Vormittag vom Aigner Campingplatz weggefahren bin – ins Waldviertel, wo ich die nächsten fünf Monate verbringen werde, war ich völlig wach und präsent mit dem Gefühl, mit der Gewißheit: jetzt ist eine längere Phase zum Abschluß gekommen und dies ist ein Aufbruch in etwas Neues, in noch unbekannte Gefilde! Konnte in den letzten Tagen noch eine leidige Geldgeschichte, die mich latent seit Monaten belastet hat, loslassen und fühle mich wie befreit! Dieser Aufbruch ist also ungetrübt, verbunden mit Freude, Vertrauen, Staunen, Offenheit für das was kommt… Auf dem Weg in meine neue Bleibe habe ich Halt gemacht in einem 40-Seelendorf im Waldviertel, anläßlich eines Tages der offenen Tür; die Türe zu ihrem Haus – ihrer Villa Kunterbunt – hat eine Theaterfrau geöffnet; kleine workshops mit Theater, Stimme, Ausdruck, Bewegung… also genau meine Zugänge zu Lebendigkeit, zu meiner Essenz! Es war ein inspiriertes, lebendiges liebevolles Beisammensein bis heute Mittag – große Dankbarkeit für die Begegnung mit diesen wundervollen Menschen und für diesen tollen Auftakt meines neuen Lebensabschnittes! Was für ein Geschenk! Neue Verbindungen entstehen, Fäden werden gesponnen und geknüpft, quer durch´s Land, von Herz zu Herz!

Und dann heute Nachmittag die Ankunft in meiner neuen Bleibe – in einem kleinen Dorf etwas außerhalb von Eggenburg. Nieselregen, es hat abgekühlt – perfektes Wetter, um gern in ein gemütliches Haus einzuziehen, mit einem großen wunderschönen gemauerten Ofen im Zentrum! Die paar Menschen, die hier leben – manche nur vorübergehend oder nur zeitweise – sind alle jünger und sympathisch, es fühlt sich recht stimmig an! Gleich mal entstehen schöne, auch tiefgehende Gespräche, es gibt viele gemeinsame Neigungen und Interessen, ähnliche Stationen auf dem Weg… wie schön das ist! Manchmal gemeinsam kochen, gemeinsam essen, zwanglos – es entsteht einfach! Und zwei entzückende Hunde, ein Fluffy, ein richtiger Schmusehund und eine sanfte Fiora…

17 Jahre lang hab ich in einer recht geräumigen schönen Wohnung in Salzburg alleine gelebt (rückblickend erscheint´s mir wie ein Elfenbeinturm, der mir viele Jahre – vor allem in meiner längeren Rückzugsphase – gut getan hat und dann in den letzten paar Jahren immer weniger! Dann die letzten fünf Monate im Camper und nun eine WG, wo ich nur ein kleines Zimmer (nur ein bißchen größer als mein Camper!) für mich allein habe – what a change – welcome! Die gemeinsame Küche ist groß und gemütlich, auch das Wohnzimmer und es gibt einen großen schönen Garten. Und gleich anschließend noch ein Haus mit einem Seminarraum, Küche, Wohnzimmer und Übernachtungsmöglichkeit. Das hat Potential! Das viele Alleinsein ist jedenfalls nun mal beendet!

Die Umgebung gefällt mir sehr – ich habe hier vor langer Zeit schon mal einen Sommer verbracht als Praktikantin im Eggenburger Krankenhaus in der psychosmatischen Abteilung; das war damals ind den frühen 80er-Jahren etwas Besonderes; ich glaube, es war die erste Abteilung dieser Art in Österreich! Ich bin noch geritten damals und habe die Umgebung zum Teil auf Pferdesrücken erkundet… sanfte Hügel und ganz viel Weite, viel Ruhe in dieser Landschaft und auch Kraft durch die Granitplatte auf der wir hier leben. Da und dort Kraftplätze, an denen ein paar Granitblöcke zusammenstehen…

Ich kann schon jetzt sagen, daß ich froh bin hier zu sein und sehr danbkbar, nun mal ganz anders zu leben!

Ein schöner Abschluß

Gestern bin ich wieder in mein „base-camp“ am Salzburg/Aigner Campingplatz zurückgekommen – das war wohl der letzte längere „Ausritt“ mit dem Camper für heuer.

Mit leiser Wehmut hab ich am vergangenen Sonntag (oh, erst vorgestern!) vom geliebten Mittelmeer Abschied genommen; trotz seiner malträtierten und vielfach zubetonierten Ufer ist das Meer selbst natürlich wunderschön in seiner Weite, seinem Farbenspiel, seiner Milde während dieser warmen Spätsommertage und getränkt von so vielen schönen Erinnerungen und Geschichte(n)!

Eine gute Freundin hat mir erzählt, daß sich am 1. Oktober unzählige Menschen zusammengetan haben um eine Friedenskette rund um den Bodensee zu bilden. Davon berührt, hab ich mir möglichst lebhaft vorgestellt, daß dasselbe rund um´s Mittelmeer geschieht: Abertausende Menschen, die sich über alle künstlichen Grenzen hinweg – rund um´s ganze Mittelmeer – mit dem Herzen verbinden und singen und musizieren und tanzen, ein großes Friedensfest feiern!

Ja, vorgestern also Abschied für heuer vom Meer, nachdem ich mich am letzten Tag noch mit lieben Bekannten, die zufällig in der Nähe waren, getroffen hab – ein schöner Abschluß mit feinem Beisammensein und gutem Essen und Trinken!

Strahlender Sonnenschein macht die Fahrt nach Norden leicht und ich freue mich auch wieder an den hohen Bergen mit ihrer klaren kraftvollen Präsenz.

Gegen Abend komme ich am Wörthersee an; in diesem besonderen Licht ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang scheint alles zu schweben – der See, die Berge und Hügel… ich bin total fasziniert von all den feinsten Schattierungen von Blau: lichtblau, goldblau, orangeblau, licht-graublau, himmelslichtblau, ätherisches Blau… soviel Schönheit!

Das untere Bild ist vom Keutschachersee!

Ich fühle mich wie Frederik, die Maus und sammle eifrig Sonnenstrahlen, Farben, Wellenlieder, wohlige Wärme… für den Winter!

Und nun wieder Salzburg für ein paar Tage… das Sammeln geht weiter, voller Dankbarkeit!

ERNTEDANK!

Und wieder ein interessanter Tag!

Heute Vormittag bin ich schon wieder „übersiedelt“ – zwei Tage in Savudrija haben diesmal gereicht. Ein paar nette Orte, die ich bei früheren Aufenthalten gern besucht habe, gibt es so nicht mehr… Eine einfache Bar am Hafen ist jetzt ein „schönes“ Restaurant, eine nette kleine Strandbar ist zur schicken Cocktailbar mutiert (was nicht heißt, daß ich nicht auch mal einen Drink in einer hübschen Bar genießen kann) und vor allem: die Natur wirkt auf mich ausgelaugt, die Naturwesen haben sich wohl bei all dem Ansturm sonnen- und meereshungriger Touristen wer weiß wohin zurückgezogen.

Nun ja, diese Sehnsucht nach dem Süden, nach dem Meer hab ich ja auch in mir – ich glaub, ich bin schon damit auf die Welt gekommen! Zum Glück hatten meine Eltern auch diesen inneren Zug runter in den Süden (sie sind ganz allgemein gerne gereist) und so durfte ich schon als Kind jeweils ein paar Wochen im Sommer mit ihnen am Mittelmeer sein, vor allem in Yugoslawien und zweimal sogar in Griechenland!

Damals – bei der Anfahrt zum Meer, zum Beispiel nach Triest – hab ich voller Vorfreude und Ungeduld geschaut und geschaut, konnte es kaum erwarten, bis endlich das Meer in der Ferne zu sehen war! Dann hat mein Herz einen Freudensprung gemacht! Und so ungefähr geht´s mir auch heute noch! Damals – vor bald 60 Jahren (!) war ja alles noch ziemlich ursprünglich und echt – der Tourismus war noch in der Anfangsphase, abgesehen von einigen älteren, meist sehr schönen Hotels für die „oberen Zehntausend“…

Und heute? Hier in Istrien (außer vielleicht ganz im Süden der Halbinsel) hat die Tourismusmaschinerie voll und ganz zugeschlagen, sich jeden Pinienwald, jedes Stück Küste einverleibt.

Hier also bin ich – ich, die fast immer (so gut´s eben geht), abseits der großen Touristenströme unterwegs ist – voll im Mainstream und ich merke, daß das eigentlich nicht mehr geht, daß da nicht wirklich Freude aufkommt… sondern immer wieder bin ich ziemlich irritiert, was mit diesen wunderschönen Küsten passiert ist… eine Bespaßungsanlage nach der anderen und jedes Mal wenn ich hierherkomme, finde ich noch mehr Wiesen und zerklüftete Ufer zubetoniert! Wir leben offensichtlich im Beton-Zeitalter!

Ist das eine zu negative Sicht? Ich weiß nicht…

Ich merke nur, wie essentiell wichtig es mir ist, echte, seelenvolle Orte und ebensolche Menschen zu finden!
Tatsächlich hab ich heute Nachmittag so einen Ort gefunden – eine kleine einfache Bar an einem Schotter- Strand (ohne Beton!) Ein paar Tische und Sessel unter schönen alten Bäumen, ein wunderschöner Ausblick auf´s Meer, eine freundliche Kellnerin – that´s it, wunderbar!

Hier bin ich stundenlang gesessen – hab gelesen, geschrieben, auf´s Meer geschaut und endlich innere Ruhe gefunden!

Danke, daß es solche Orte doch noch gibt – kleine beseelte Oasen inmitten der Tourismus-Industrie-Wüste – und ich vertraue darauf, daß es sie immer geben wird für Menschen wie mich und daß wir sie immer finden und wir uns dort finden werden! Und auch, daß wir solche Orte und Räume erschaffen können!

Jede Seele – da bin ich nun wieder sicher – findet und „erfindet“ auf dieser schönen Erde das, was sie braucht, was ihr guttut, was zu ihr gehört, womit sie in Resonanz gehen kann!

Und – das erfahre ich immer wieder auf meinen Reisen – es sind immer wieder andere Orte! Wiederholungen funktionieren oft nicht, Erwartungen werden ent-täuscht… Ein Ort, der neulich für mich gut und wichtig war, ist es nicht automatisch auch jetzt wieder…

Das Gute dabei: so bleiben wir wachsam, achtsam und werden an neue Orte gelockt, denen wir – umgekehrt – vielleicht/hoffentlich auch guttun!

Immer immer wieder geht´s darum, gut hinzuspüren, was für mich passt und stimmig ist und was nicht! Und das, was sich nicht gut anfühlt, einfach zu lassen und meine Fühler auszurichten auf das, was sich echt und gut anfühlt!

Dabei fällt mir wieder Eva Denk ein, wie sie sagt: „…Wir sind wie in einem Zwischenstopp zwischen zwei großen Reisen und es gilt herauszufinden, was wir wirklich auf die kommende große Reise mitnehmen wollen… wie und mit wem wir denn weiterreisen wollen!?…“ Das „Wohin“ sei derzeit noch gar nicht so das Thema, meint sie.

Genau, damit kann ich grad sehr viel anfangen! Und irritiert zu sein von etwas, das nicht mehr passt, ist wohl genau richtig und es ist wichtig, dazu zu stehen. Und nicht mich dauernd zu fragen: „Was hab ich denn bloß? Wieso kann ich dieses und jenes nicht einfach genießen?“ Weil´s nicht zu mir passt! Punkt!

Und dieser riesige Campingplatz mit so viel Beton und voller Menschen, die so ganz anders drauf sind, der passt ja gar nicht wirklich!

Und dann gegen Abend – zurück bei meinem eigentlich sehr schönen, geräumigen Stellplatz (ich hab diesen Platz wegen zweier Olivenbäume, die ich so liebe, gewählt!) setze ich mich gemütlich hin und höre auf einmal wunderschöne Klänge von einer Handpan! Ich gehe den Klängen nach – zum zubetonierten Strand und sehe eine Frau dieses tolle Instrument spielen, daneben ihr Mann, ein lieber Hund und zwei Gläser mit Rotwein… ich lasse mich in der Nähe nieder und lausche ganz bezaubert, während die Sonne in glühendem Orange ins Meer sinkt…

Ich fühle mich reich beschenkt und meine eben gewonnene Meinung und Überzeugung („solche Campingplätze sind nix für mich…lass es…“) wird wieder aufgeschüttelt und relativiert… alles kann alles Mögliche sein… nur keine fixen Zuordnungen und Verallgemeinerungen… Ok, ich hab´s verstanden – wieder mal!

Ich bin dann zu den beiden hingegangen, um der Frau zu sagen, wie schön ich ihr Spiel finde und um ihr Danke zu sagen… daraus hat sich ein feines, längeres Gespräch ergeben, auf gleicher Wellenlänge und: sie sind meine Nachbarn hier am Campingplatz, die mit der Salzburger Autonummer!

Noch ein witziges Detail: ich hab ihn beim Ankommen gegrüßt und er hat nicht reagiert; sofort war da der Gedanke: ach, diese muffigen Salzburger! Dabei hat er´s einfach nicht gehört und im Gespräch hat sich gezeigt, daß er eh ganz sympathisch ist! Sooo schnell, die Vorurteile, Urteile, Wertungen, Meinungen… und wie gut, wenn sie aufgemischt und entkräftet werden!

Danke für diesen vollen, interessanten Tag!

Noch eine letzte Runde… für heuer!

Nach fast zwei Wochen Zwischenstopp in Salzburg (am schönen Aigner Campingplatz), bin ich vor drei Tagen wieder losgefahren – mit dem Wunsch, das heurige Nomaden-Camper-Leben gut abzuschließen, bevor ich mein Herbst-Winterquartier im Waldviertel bald mal (in ca. 10 Tagen) beziehen werde.

Nochmal ans Meer, ja! Und so bin über eine meiner Lieblingsrouten südwärts gefahren:

Über Villach, Tarvis, den Predilpaß, runter ins Socatal nach Kobarid. Dieses Städtchen berührt mich immer wieder – hier wurde im 1. Weltkrieg erbittert gekämpft, die Frontlinie zwischen Italien und Österreich-Ungarn verlief genau der Soca entlang… Soca, auf italienisch Isonzo… Vieles hier erinnert an diese erschütternde Zeit und immer wenn ich hier bin, fühle ich mich innerlich gerufen zu meditieren, einen Beitrag zu leisten, das Energiefeld zu klären und Friedensenergie zu verankern… ich wandere an der Soca entlang und singe während der ganzen Runde mein Freude-Liebe-Dankeslied – wie ein Mantra… Ich stelle mir dabei vor, wie diese schönen Energien des Friedens, der Liebe und der Freude, die ich dabei fühle, die Schwingungen der Schrecken des Krieges überschreibt… Erst im Nachhinein erfahre ich, daß ich ein kleines Stück auf dem „Weg des Friedens“ gegangen bin, der von den Julischen Alpen bis nach Triest führt!

Der Abend hier ist bereits herbstlich kühl – ich genieße im Lokal des sympathischen Campingplatzes an der Soca das Kaminfeuer und ein Gläschen Wein… ein feiner Vorgeschmack auf den Herbst!

Am nächsten Tag dann Triest – eine meiner Lieblingsstädte! Hell, alles wirkt strahlend und von Licht durchflutet: der Himmel, das Meer, die prächtigen Palazzi, mein Blick auf soviel Schönheit!

Und jetzt Istrien, ganz heroben in Savudrija (bei Umag)… Sonne, Wind, Meer, duftende Pinienwälder, sommerliche Wärme, schwimmen, spazieren gehen…

Alles perfekt im Aussen und doch konnte ich´s zunächst gar nicht wirklich genießen… zuviel des Guten? oder zu vertraut?

Als ich vor einem Jahr im Herbst hier war, hab ich´s in vollen Zügen genossen und dann ist da die Hoffnung, die Erwartung, es würde wieder so sein! Und natürlich ist es dann immer anders und ich darf mich immer immer wieder daran erinnern, daß es nur darum geht, mich auf das was Jetzt ist, voll und ganz einzulassen und nicht längst Vergangenes wiederholen zu wollen! Und es ist gut jetzt, einfach gut!

Und es kommt ja jetzt die Zeit – im Herbst und vor allem dann im Winter – wo die natürliche Bewegung wieder viel mehr nach innen geht; wo die im Sommer weit geöffneten Arme wieder sinken und ich mich gerufen fühle in die inneren Räume einzukehren… dafür wird das Waldviertel ein guter Ort sein – ich freu mich schon auf diesen nächsten Abschnitt! Habe für diese Zeit ein kreatives Projekt im Auge, doch davon später, wenn es konkreter ist!

Herbst-Tages-und-Nachtgleiche

Ich liebe diese spezielle Zeit im Jahr sehr! Ein kurzes Innehalten, die Energien gleichen sich aus, Hell und Dunkel im vollkommenen Gleichgewicht. Sehr wohltuend, diese Milde und Harmonie! Zwei wunderschöne Wanderungen mit einem lang-lang-langjährigen Freund bei strahlendem Spätsommerwetter waren genau das: milde, wohltuend, harmonisch verbunden mit der Schönheit der Natur!

eine Alm oberhalb vomThumsee

geliebter Seewaldsee

Im Vergleich zur Frühjahrs-Tages- und -Nachtgleiche, wo sich das Gleichgewicht in der Folge hin zu immer mehr Licht, zu immer längeren Tagen verschiebt (frohe Aufbruchsstimmung!), ist es nun andersrum. Wir treten ein in die Dunkle Zeit des Jahres… Abschied vom Sommer, von der Hoch-Zeit des Jahres, die Nächte werden länger und länger…

Ich fühle mich – nach langen Frühlings- und Sommermonaten im Camper, wo ich fast immer mit offenen Armen draussen war in der Natur, so mit Licht und Sonne geflutet, daß ich mich nun schon freue auf diese Zeit der kürzeren Tage, des mehr Drinnenseins, des mehr nach Innengehens…

Ich finde, dieses Einstimmen und Einschwingen auf die Rhythmen der Natur ist etwas so Wichtiges, Schönes, Kostbares! Auch wenn es in unserer so geldorientierten Gesellschaft keine ruhigen und besinnlichen Phasen geben darf, so ist diese manische Geschäftigkeit doch nur dünne, blinkende Oberfläche und darunter dreht sich verläßlich und davon unbeeindruckt der Jahreskreis, das Auf und Ab der Energien, der Gezeiten…

Gestern Nacht in einer langen Meditation durfte ich spüren und innerlich sehen, daß sich ein Tor, ein Portal öffnet und das war mit großer Freude verbunden! Daß ich eingeladen und bereit bin, hindurchzugehen und meinen Herzensweg in Verbundenheit mit der Quelle zu gehen!

Freudiges Staunen, Erkennen, große Dankbarkeit…

In zwei Wochen werde ich das Camperleben für heuer beenden und mein Herbst-und Winterquartier im Waldviertel beziehen! Fast wie von selbst hat sich diese Möglichkeit aufgetan: Einige Monate lang in einer kleinen Frauen-Wohngemeinschaft leben, mit einem goldigen kleinen Hund, in einem liebevoll renovierten alten Haus mit großem halbwilden Garten, einem angeschlossenen Seminarraum… eine große gemütliche Küche, verbunden mit einem geräumigen Wohnzimmer, in der Mitte ein anheimelnder großer gemauerter Ofen… da darf der Winter dann kommen! Vorher noch ein bunt-leuchtender Herbst!

Raus aus der Trance, rein ins Hier & Jetzt!

Den Tag heute hab ich eher unlustig begonnen… sorgenvolle Gedanken wegen meiner Finanzen (Fehlinvestitionen), schwüles, drückendes Wetter, mein Energielevel eher mau – was negative Gedanken gut gedeihen läßt… naja… nach dem Frühstück setz ich mich aber doch aufs Rad, fahre ein Stück den Gaisberg hinauf und wandere dann weiter zu einem meiner Lieblingsplätze – weit über der Stadt mit einem wunderschönen Blick auf die Berge und auf Salzburg. Das Gedankenkarusell hat sich dabei aber die ganze Zeit weitergedreht – dieses und jenes kritisierend, nörgelnd, grantelnd… eben weiterhin unlustig, so daß ich mich zunächst gar nicht richtig an diesem schönen Ort erfreuen kann.

Bis ich mich besinne und mir bewußt mache, daß ich dieses Geschwätz nicht einfach so hinnehmen muß – Stop it! Anhalten, atmen, wahrnehmen: was ist JETZT!?

Dabei fällt mir ein Ausspruch von Eli Jaxon Bear ein, der mich schon lange begleitet:

„…TAKE A STAND EXACTLY WHERE YOU ARE, IN THE MIDDLE OF THE MIND STREAM.“

Er schreibt: „… My teacher Papaji says, that there is a river of thought waves, and all beings are being washed downstream by this river….Freedom is the willingness to TAKE A STAND EXACTLY WHERE YOU ARE, IN THE MIDDLE OF THE MIND STREAM.“

Mitten in diesem Strom von unaufhörlichen Gedanken anhalten, genau da wo du jetzt bist!

Ich hab für mich ja ein paar hilfreiche Strategien gefunden (erfunden), wie dieses Anhalten und Still-Werden leichter gelingt – es geht nur darum, sie auch anzuwenden:

  • Das, was jetzt ist – jede Empfindung, jeden Sinneseindruck laut aussprechen! Das mach ich heute spontan, oben auf diesem guten Platzerl:

„…..ich fühle den Wind sanft über meine Haut streichen! …ich spüre die warme Erde und das Gras unter mir! ich nehme den Fluß des Atems wahr! …ich höre ein klopfendes Geräusch! …ich sehe eine Biene in einer kleinen gelben Blüte! …ich sehe, wie die Schäfchenwolken am Himmel ziehen! …ich spüre ein Kitzeln auf meinem Fuß – eine Ameise! …“... usw.usw… Das läßt mich rasch ganz präsent sein, mit allen Sinnen! Wie schön – so einfach kann es sein!

  • Eine andere Strategie, die mir vor einiger Zeit in einer Meditation gezeigt wurde: Ich imaginiere einen rechteckigen Rahmen, mit feinem weißen Sand gefüllt, der von all den herumschwirrenden Gedanken ganz zerfurcht ist; dann streiche ich den Sand mit der Hand ganz glatt und verwische so alle Spuren (lösche alle Gedanken) … das hilft mir oft gut, in die Stille zu kommen! Ich glaube, dieses Glätten des Sandes wird im Zen so gemacht…?
  • Was auch oft gut funktioniert, ist eine Empfehlung von Robin Kaiser:

„Nimm dieses blitzschnelle Hin und Her der Gedanken wahr und schalte innerlich um auf Zeitlupe, verlangsame das Tempo der Gedanken oder eines einzelnen Gedankens immer mehr, wenn möglich bis zu ihrem Stillstand…“ Ich atme dabei langsam in diese zunehmende Verlangsamung hinein… und in die Stille zwischen den Gedanken.

Nachdem ich mich also an diesem schönen Ort durch das laute Aussprechen dessen, was jetzt IST, gut wach und präsent fühle, stehe ich auf und singe die drei Jodler, die ich kann – jeweils alle drei Stimmen! Singe für mich, für die Berge, die Sonne, den Wind, die Bäume, die Erde, die Tiere…. usw… Ah, wie gut das tut, so befreiend und Freude bringend!

Singen ist natürlich immer gut und tanzen sowieso… am besten beides zusammen und gutes, volles Atmen – was ja dabei eh wie von selbst passiert!

Nun bin ich also wieder ganz JETZT DA und das fühlt sich tatsächlich so an, wie aus einer Trance aufzuwachen! Die Wahrnehmung hat sich verändert, mein ganzes Lebensgefühl – als wäre ein Grau-schleier weggezogen worden! Wie von selbst öffnen sich in dieser Gegenwärtigkeit die Sinne: nun nehme ich wahr, wie intensiv die kleinen gelben Blümchen leuchten – wie kleine Sonnen! Die zarte Schönheit der Herbstzeitlosen! Wie wunderschön die Strukturen der Baumrinden sind! Wie ein Spinnlein ihr Netz spinnt… Sehe wieder, wie schön und voller Wunder die Welt doch ist! Und damit ist die Freude am Fotografieren auch wieder da!

Die letzten drei Bilder sind am Salzachkai entstanden; diese schönen Platanen haben mich schon öfters zum Fotografieren angeregt!

Und so ist es doch noch ein wunderschöner Sonntag geworden!

Unfassbar, was wir alles versäumen, wenn wir so sehr „im Kopf“ sind, so identifiziert mit dem Geplapper des „monkey-mind“!