Norddeutschland – eine Entdeckung!

Seit gut drei Wochen bin ich nun auf meiner „Nord-Runde“ unterwegs und es ist einfach nur schön!

Erst in Polen das tolle Tanz-Wochenende, danach ein paar sehr anregende Tage in Berlin und dann der Besuch bei wunderbaren Freunden auf der Insel Usedom. Es war so schön und bereichernd, daß ich fast zehn Tage geblieben bin! Die Schönheit dieser völlig flachen Landschaft hat sich mir erst nach und nach erschlossen – am ersten Tag hab ich gedacht: naja, eh schön, aber halt ganz flach! Jaja, sie ist nicht spektakulär wie viele Gebirgsgegenden, aber sie hat etwas Ursprüngliches, Ruhig-Bedächtiges und auch Freies… weit ausgedehnte Wiesen und wehende Felder, Wasser und Himmel – in ganz vielen Abstufungen von Grün und Blau; Wasser in allen Richtungen: im Norden der Insel die Ostsee, und überall ganz viel Binnengewässer, das sogenannte Haff.

Ostseestrand bei Heringsdorf, einem bekannten Ostsee-Bad

die Ostsee bei Swinemuende, einer Hafenstadt im polnischen Teil der Insel Usedom

Abendstimmung am Haff

Eingestreut in die Landschaft immer wieder ein paar Dörfer und einfache Weiler mit Backsteinhäusern – insgesamt wohltuend dünn besiedelt! Und überall Blumen – so üppig als würde die Natur überfließen mit ihren duftenden und leuchtenden Geschenken! Schon als Kind hab ich die blühenden Sommerwiesen über alles geliebt, aber diese bunte Vielfalt gibt es bei uns in Österreich ja kaum mehr! Leider! Hier gibt´s die leuchtenden Mohnblumen und die Kornblumen in den Feldern in Hülle und Fülle, ganz viele wilde Rosen und Rosengärten, unglaublich viele Margariten, immer wieder hört man den Kuckuck rufen, Lerchen singen und überhaupt ganz viel Vogelgesang… wunderschön!

beim Haus meiner Freundin – ein wunderbarer Stellplatz!

Doch vor allem das BeisammenSein mit den Freunden hat die Tage hier so besonders gemacht, es war so liebevoll, freudvoll und inspirierend – bin voller Dankbarkeit!

Gestern dann der herzliche Abschied und es geht weiter – langsam wieder Richtung Süden… eigentlich Südwesten – seit heute bin ich im Wendland – eine wunderschöne Region rund um die Elbe, ziemlich in der Mitte zwischen Hamburg und Berlin. Die Elbe ist ein Fluß, der noch ziemlich natürlich fließen und auch überfließen darf, mit üppig grünen, idyllischen Aulandschaften – sehr sehr schön!

Werde noch zwei, drei Tage hier bleiben, dann über Berlin weiter nach Süden, schließlich wieder nach Wien…

So viele Geschenke!

Mit zu den schönsten Geschenken gehören für mich liebevolle, berührende, humorvolle, inspirierende Begegnungen mit anderen Menschen und überhaupt mit anderen Lebewesen!

Und davon gibt es seit einiger Zeit ganz viele, immer wieder, da und dort…wie schön!

Zuletzt mit interessanten, starken polnischen Frauen im Tanzworkshop! Eine von ihnen, eine wunderbare Künstlerin, ist nach dem Workshop mit mir im Camper nach Berlin gefahren und wir haben auch dort noch Zeit miteinander verbracht – viel Nähe, ganz viel Freude! Ein großes Geschenk!

Micle Skelton kennengelernt zu haben, den Leiter dieses wundervollen herzöffnenden Tanzworkshops – ein ganz besonderes Geschenk! He is an amazing human being and a great Soul Motion teacher!

Immer wieder wirklich feine, angenehme Stellplätze zu finden – auch ein Geschenk! Zum Beispiel in Berlin bzw. in Spandau direkt an der Havel, an einem kleinen Hafen , wunderbar!

Derzeit in der Mecklenburger Seenplatte in einem großen, sehr schönen Garten, der einem älteren, sehr lieben Ehepaar gehört – herrlich ruhig und friedlich ist es hier!

Und schönstes Maienwetter! Seit meiner Abfahrt von Wien vor bald zwei Wochen strahlt jeden Tag die Sonne vom blauen Himmel, bei fast sommerlicher Wärme – was für ein Geschenk!

Und so viele Blumen und Blüten, überall duftender Jasmin, Rosen, Iris, Oleander… sowie all das frische üppige saftige Grün!

Ich durfte ein neues Land- Polen – bereisen und viele schöne, interessante und berührende Eindrücke bekommen – auch ein schönes Geschenk!

In einem Cafe, auf einer Terrasse direkt am Fluß einen guten Cappucino zu trinken, mit dem ruhig fließenden Wasser still zu werden, die milde Wärme der Abendsonne zu genießen und die genau richtige Musik im Hintergrund – wunderbar!

Am letzten Nachmittag in Berlin (das war erst vorgestern!) finde ich intuitiv die paar Straßen in Kreuzberg, wo ich vor vielen Jahren mit einer guten Freundin war – mit vielen netten Läden und Lokalen. Ich finde einige wunderbar passende Kunstkarten, die dann am Abend meine Altäre (zwei!) im Camper bereichern:

Außerdem findet mich eine lässige Hose zum Tanzen, eine coole Bluse und ein schmeicheliges sexy Jäckchen! Lauter kleine Geschenke, die mir viel Freude machen!

Und dann noch das schnuggelige Cafe „Frau Behrend´s Torten“, wo wir uns damals an einem eisigen Wintertag dankbar aufgewärmt haben; auch diesmal wieder sehr angenehm, ein gutes Cafe zum Schreiben!

You have so many sparks inside!“ hat eine der polnischen Frauen (wir hatten einen guten Draht!) beim Abschied zu mir gesagt… Thank you! Yes, I can feel them! Sparks of joy!

Mit diesen Freudefunken „im Gepäck“ werde ich morgen zu einer mir sehr lieben Freundin fahren – sie lebt auf der Insel Usedom und hat mich eingeladen, ein Weilchen zu bleiben!

Wir tragen die Funken weiter, zünden sie wechselseitig in uns an und tragen sie wieder weiter… und so weiter…

Ja, das Netzwerk wird immer heller! Großes Geschenk, große Freude, große Dankbarkeit! Wir sind Geschenke füreinander!

Der Move ins Hier & Jetzt

Die für mich wirkungsvollste Art und Weise, ganz rasch und leicht wieder ins „Hier & Jetzt“ zu kommen ist, mich gut zu spüren, allem voran die Füße und den Atem!

Die Füße gut und satt am Boden spüren, still oder in Bewegung

und mit dem Atem sein… mit dem ewigen Rhythmus des Ein und Aus und Ein und Aus und Ein und Aus….

Ich Bin… Ich Bin… Ich Bin… Jetzt ganz Da

ein und aus ein und aus ein und aus ein und aus

Ich Bin… Ich Bin… Ich Bin… Jetzt ganz Da

usw…. Ich Bin im Becken… Ich Bin im….ganzen Körper….

Ich Bin in den feinstofflichen Körpern… Ich Bin in meiner Gefühlswelt

Ich Bin im Feld der Liebe… der Freude… der Dankbarkeit

Ich Bin im Vertrauen auf… Ich Bin Verbunden mit…

Ich Bin… Ich Bin… Ich Bin… Jetzt ganz Da

Ein und aus und Ein und Aus und Ein und Aus

usw…

Wirklich ganz wach und präsent jetzt da zu sein, gut im Körper verankert und gut verbunden, verändert so Vieles oder Alles – die Wahrnehmung meines Innen und meines Aussen, meines Körpers, der Sinneseindrücke… es ist diese klare Gegenwärtigkeit, die einfach wahrnimmt, ohne groß zu werten, diese kraftvolle Energie, die nicht von ständigen nebensächlichen Gedanken umlagert und überlagert ist, sondern frei davon – offen für Bauchgefühl, Intuition, für den Kuß der Musen!

Ja Ja dreimal Ja!

Ich Bin… Ich Bin… Ich Bin… Jetzt ganz Da!

Viel Neues, bunt gemischt!

Der letzte Beitrag ist schon eine Weile her, er beginnt mit der Frage: Was bleibt, wenn Vieles geht? Dieser neue Artikel gibt nun die Antwort auf diese Frage: Es kommt viel Neues, bunt gemischt!

Es ist sooo viel passiert in den letzten beiden Wochen! Viel Musik, viel Tanzen, Feste und vor allem viele freudvolle Begegnungen mit wunderbaren Menschen – Wiederbegegnungen, neue Begegnungen – da freut sich mein Herz – sehr sehr sehr!

Neu ist auch meine derzeitige Reiseroute, nämlich nach Norden! Vor knapp einer Woche bin ich von Wien losgefahren, über Tschechien nach Polen – ein völlig neues Land für mich!

Der Grund hierherzukommen war ein dreitägiger Tanzworkshop (Soul Motion) mit einem fantastischen Lehrer, den mir meine argentinische Seelenschwester seit Jahren ans Herz legt – nun hat es tatsächlich geklappt und es war ein wundervolles Wochenende! Das Thema war „Grow“ – im freien Tanz erforschen, was uns hilft, den Weg des Herzens zu gehen, unser Herz zu weiten, um mehr Liebe empfangen und geben zu können. Viele berührende Momente, innere Bewegung und Öffnung.

Micle, ein durch und durch liebevoller und tiefgründiger Mensch hat uns mit viel Humor und toller Musik durch dieses Wochenende geleitet, das mit einem sehr schönen Ritual heute am späten Nachmittag schon wieder geendet hat.

Eine feurige Trommelnacht nach dem Workshop

am Ufer eines wunderschönen Sees in Polen, bei Poznan

Abgesehen von der Freude an diesem Workshop war ´s für mich sehr interessant, Menschen aus Polen zu erleben! Starke, interessante Gesichter und Charaktere, viel Spontanität und Herzlichkeit und das Berührende: überall wo ich hinkomme – egal in welchem Land – begegne ich Menschen auf dem Weg zu sich selbst, Menschen, die den Herzensweg gehen, für eine „Neue Erde“… und das nährt meine Zuversicht, daß die Kräfte der Erneuerung stark genug sind, daß dieser Wandel geschehen kann.

Ich finde das wunderschön, solch freundschaftliche Verbindungen zu knüpfen und zu nähren, über alle Grenzen hinweg – es ist wie das Weben eines bunten, freudvollen Netzwerks!

Und dabei tun sich neue Möglichkeiten auf für Austausch und Zusammenwirken… mal sehen!

Morgen geht´s weiter nach Berlin, eine feine, mir innerlich nahestehende polnische Künstlerin, die auch im Workshop war und die in Berlin lebt, wird mit mir im Camper mitfahren – sehr schön!

Was bleibt, wenn so Vieles geht?

Wie so oft, passt auch in diesen Tagen der Inhalt (oder jedenfalls bestimmte Aspekte davon) eines berührenden und inspirierenden Romans, den ich gerade lese (Das Bücherschiff des Monsieur Perdu von Nina George) richtig gut zu dem, was ich gerade erlebe.

Es geht (im Roman wie auch bei mir) um Trennung, es geht um Aufbruch, es geht darum, wirklich das zu leben, wofür frau/man brennt und es menschelt sehr in diesem Buch! Als würde die Autorin anschreiben gegen Vereinsamung und die zunehmende Entfremdung der Menschen von sich selbst, von jeder Art von Natürlichkeit und von der Natur, vom Mysterium des Lebens.

Ich sitze gerade im Zug, wir verlassen Budapest, wo ich eine ganze Woche verbracht habe (die ersten Tage intensiv und befreit tanzend in einem fantastischen Tanz-workshop (freies Tanzen, Improvisation) und danach war ich fast jeden Tag bei einer Zahnärztin, die mir mein ungarischer Freund empfohlen hat.

Das war nicht lustig, es war langwierig, zum Teil schmerzhaft und anstrengend, aber sie arbeitet sehr gründlich und genau und ich finde sie sehr sympathisch (es menschelt wohltuend in ihrer gemütlichen, etwas altmodischen Praxis bei ihr zu Hause, mit Blick auf ihren üppigen halbwilden Garten, ohne Assistentinnen werkt sie vor sich hin… ich finde, es menschelt in Ungarn ganz allgemein noch mehr als in vielen anderen, mittel- und westeuropäischen Ländern!)

Nun, die tiefe Arbeit an meinen Zähnen hat gut zu meinen inneren Prozessen gepasst (bereits ältere Baustellen in Ordnung bringen!).

Ja, wir verlassen gerade Budapest und am Himmel zeigt sich ein Regenbogen – wie schön! Als würde er meine versöhnliche, aufbruchsfrohe Stimmung illustrieren und in den Himmel malen…ich fühle große Dankbarkeit!

Alles endet – das Leid aber auch das Schöne…. was tun, wenn es einen tatsächlich trifft, daß etwas endet – Hoffnung, Vertrauen, die Möglichkeit einer gemeinsamen Liebeswelt…“

Die Autorin fragt, wie das gehen soll, sich für einen Abschied zu wappnen? Ich glaube, es geht gar nicht, nicht wirklich. Es geht um´s Durchleben, mit allen auftauchenden Gefühlen und dann um´s Loslassen, um´s Weitergehen mit einem Regenbogen im Herzen – mit dieser Mischung aus Tränen und Sonnenstrahlen, aus Traurigkeit und Freude über die wiedererlangte innere Freiheit.

Freiheit von einer Beziehung, die zwar aufregend und leidenschaftlich war, aber so gar nicht nährend und nicht wirklich liebevoll (außer ganz zum Schluß!). Einen längeren, gemeinsamen Weg, eine „gemeinsame Liebeswelt“ hab ich nie wirklich gesehen, insofern war die Ent-täuschung nicht so groß, der Abschied aber trotzdem schmerzlich (auch wenn ich ihn selber initiiert hab), einfach weil es sehr besonders war, was wir gemeinsam erlebt haben. In Ungarn hat diese ver-rückte Geschichte begonnen und hier – nach einem halben Jahr – hat sie nun auch wieder geendet.

Das Schöne: es war ein freundlicher, friedlicher Abschied, ohne Groll, ohne Vorwürfe, mit der Aussicht auf eine mögliche, lockere Freundschaft! Das war mein großer Wunsch: ein Abschied mit offenen Herzenstüren!

Im Roman – nach der Frage, wie das gehen soll, sich für einen Abschied zu wappnen – schreibt die Autorin::

Mit Märchen. Sie schließen den Kreis…. Märchen fassen in ihrer Metaphorik alles ein, was dem Herzen am Ende im Zentrum des Seins wichtig ist. Was bleibt, wenn so vieles andere geht. Freundschaft und Mitgefühl. Güte. Liebe.

Derart „märchenhaft“ darf ich nun den Abschied von diesem Mann erleben!

Gestern war noch die Traurigkeit im Vordergrund (als die Zahnärztin in meinem Zahn herumgebohrt und gestochert hat, sind plötzlich die Tränen reichlich geflossen – Weh auf allen Ebenen! Und sie war so lieb und voller Mitgefühl!

Nach dieser denkwürdigen Zahnbehandlung bin ich zur Entspannung in mein Lieblingscafe in Budapest, ins wunderschöne Cafe Gerbeau gepilgert. Nach einer Weile hat sich eine sehr sympathische Ungarin am Nebentisch niedergelassen – mit ihr eine wunderliebe hübsche Hündin, die sich gleich zu mir gesetzt hat, um sich streicheln zu lassen, immer wieder… ach, hat mir das gut getan, mich getröstet und mein Herz berührt! Diese Hündin – ein sanfter Engel in Hundegestalt!

Dieser ganze schrittweise Loslöse- und Abschiedsprozess hat punktgenau zu den vielbesprochenen, intensiven astrologischen Konstellationen der letzten Zeit gepasst:

Das Loslassen von „Altem“, das uns nicht mehr nährt und dient und das Sich-Öffnen für ganz neue Wege, Perspektiven, Dimensionen. Ich merke auch, wie alte enge Vorstellungen von Beziehung immer brüchiger werden und wie mein Wunsch wächst, auch in diesem Bereich neue Wege zu gehen!

Ich kann die Freude über diese Öffnung gut spüren – das sind die Sonnenstrahlen!

Und die Neu-Freude auf das was kommen mag!

Oh, dieses wilde, herausfordernde wunder-volle Leben!

Nun fahre ich nach Salzburg, meine dortige Wohnung ist seit dem 21.April wieder frei und ich habe ein paar Tage, um meine Habseligkeiten zu ordnen, nochmal auszumisten, was ich nicht mehr brauche und was mir nicht mehr wirklich Freude macht (also Loslassen auch auf dieser Ebene!). Dann geht´s erstmal zurück in den Camper, diesmal Richtung Norden… doch davon später!

Fragen über Fragen!

Die Frage türmen sich wieder mal in meinem Leben, es stehen ganz schön viele Entscheidungen an! Wir treffen ja ständig Entscheidungen – bewußte und unbewußte, kleine und größere, Entscheidungen, die das äußere konkrete Leben betreffen und solche, die mehr das Innenleben betreffen (wie reagiere ich auf eine bestimmte Situation, was sage ich, was sage ich nicht, was antworte ich, wie verhalte ich mich usw….)

Derzeit stehen viele ganz konkrete Entscheidungen an – abgesehen von den kleinen, fast täglichen wie: wo werde ich morgen schlafen – im Camper oder bei Freunden? Will ich mit dem Camper oder mit dem Zug nach Budapest fahren usw….Nun geht´s aber um größere Entscheidungen: will ich diesen goldigen kleinen Hund wirklich zu mir nehmen? was mache ich mit meiner Wohnung, wenn die Bekannte in einer Woche auszieht? will ich weiterhin nomadisch im Camper leben? wie will ich überhaupt weiterhin leben? wo? mit wem? allein? mit Hund…. usw….

Im freien Tanz ist es einfach – da geschehen die Entscheidungen, wie und wohin ich mich bewege, auf jemanden zu oder von jemandem weg oder tanze ich lieber allein – ganz von selbst, aus dem Fluß heraus, ohne drüber nachzudenken! Da sind die Kriterien: was fühlt sich gut und stimmig an? was möchte und sagt mein Körper? wo zieht´s mich hin? ich folge einfach diesen Impulsen und da gibt´s kein Nachdenken, kein Zögern, keine Zweifel! Und natürlich haben diese „Entscheidungen“ wie und wohin ich tanze, keine weitreichenden Folgen außer ob ich danach müde bin weil ich mich anstrenge oder ob ich immer weiter tanzen könnte, weil die Bewegungen wie von selbst geschehen (es tanzt mich!) und daher mühelos sind!

Bei meinen Spaziergängen und Wanderungen gibt es auch immer wieder Entscheidungen zu treffen (vor allem in unbekannten Gegenden): gehe ich bei der Weggabelung nach links oder nach rechts? und bei der nächsten Kreuzung von Wegen wieder… und wieder… oft habe ich ja kein festgelegtes Ziel, sondern möchte einfach die Umgebung erforschen. Dann geh ich bis zur Gabelung der Wege und laß die Körperin entscheiden, wohin sie die Schritte lenkt und natürlich auch, welcher Weg einladender und interessanter aussieht, also wo´s mehr „blinkt“!

Manchmal passieren auch weitreichendere Entscheidungen im „realen Leben“ auf diese mühelos-spielerische Weise – dann, wenn ich gut drauf bin und mir bewußt ist, daß es gar keine falschen Entscheidungen gibt. Dann passiert das „ja“ oder „nein“ einfach aus einem harmonischen Energiefluß heraus – ähnlich wie beim Tanzen oder an den Weggabelungen bei den Wanderungen.

Vor allem in jüngeren Jahren hatte ich oft sehr viel Streß, wenn es um wichtige Entscheidungen ging – richtig aufreibend konnte das viele Nachdenken drüber sein! Mittlerweile fällt es mir doch deutlich leichter drauf zu vertrauen, daß ich zur richtigen Zeit schon spüren und wissen werde, in welche Richtung ich weitergehen möchte – also nahe an die Kreuzung heranzugehen und dann eher intuitiv „nach links oder rechts“ zu gehen – wo´s eben heller „blinkt“! Es lebe die Improvisation!

Einer meiner Lieblings-5Rhythmenlehrer – Peter Fejer aus Ungarn – hat mal einen tollen kleinen Artikel über dieses Thema geschrieben. Er hat mir so gut gefallen, daß ich ihn ausgedruckt und ein paar Zeilen herausgenommen habe:

Nun ist wirklich der Frühling da!

Bis vor Kurzem war für mich die Frühlingsfreude irgendwie überschattet. Ostern hab ich eher ruhig und „farblos“ erlebt und obwohl ja heuer das bunte Blühen und das Sprießen der frischen jungen Blätter fast ein Monat früher als bisher begonnen hat, hab ich dieses wundersame Wiedererwachen der Natur heuer gar nicht so freudvoll erlebt wie sonst. Als wäre irgendwie ein Deckel drauf auf dieser vitalen aufsteigenden Lebenskraft.

Nun war vor drei Tagen – am 8. April – die vielfach und als sehr bedeutsam angekündigte Sonnenfinsternis und in den Tagen davor ist mir dieser „Deckel“ noch schwerer vorgekommen. Ein seit einiger Zeit dahinschwelendes Thema hat sich nochmal zugespitzt und ist richtig akut geworden! Es ging um die Beziehung mit diesem geliebten, „anstrengenden“ Mann aus Ungarn – wieder hat er ein Treffen abgesagt und kaum kommuniziert und es war klar, daß es keinen Sinn hat, so weiter zu machen (was soll ich mit einem Mann, der einfach keine Zeit hat?) … also nochmal ein sehr schmerzlicher innerer Loslass-Prozess mit vielen Tränen (wie schon einmal vor ca. 2 Monaten, vor meiner Marokkoreise).

In der Nacht der Sonnenfinsternis – in einer langen Meditation – ging´s offenbar wirklich darum, nochmal reinzugehen in alte schwere karmische Geschichten, das Licht verdunkelt sich, alles scheint stillzustehen – RESET – so hat sich´s tatsächlich angefühlt für mich. Und dann – der trübe Schatten weicht, das LIcht der Sonne wird wieder spürbar und innerlich sichtbar – mit einer neuen, wundervollen Qualität! Soviel Liebe, wie von alten, nicht mehr lebens- und liebesfähigen Geschichten befreit!

Mit dieser Wiederkehr des Lichtes ist eine klare Vision aufgetaucht: der Wunsch nach einer wirklichen, liebevollen kreativ -ver-rückten Partnerschaft! Nach einem Partner oder einer Partnerin, mit der ich gemeinsam kreative Projekte entwickeln kann, gemeinsam reisen, spielen, werken und improvisieren kann, die LIebe und das Leben feiern kann! Diese Vision ist deutlich und mit großer Freude aufgetaucht und sie hat´s mir leichter gemacht, diesen Mann wirklich loszulassen! Ich genieße diese Vision sehr und lasse sie auch wieder frei, übergebe sie dem Universum. Große Dankbarkeit erfüllt mich, der Wandel von Trübnis in hellen Sonnenschein durfte also doch geschehen! Ein befreites Durchatmen, eine friedvolle Los-Lösung von ihm – ohne jeden Groll, ohne Vorwürfe! Es ist so und es ist niemandes Schuld.

Am Vorabend der Sonnenfinsternis hab ich einen tollen und berührenden Film aus Italien gesehen: „Cé ancora domani“ und er beginnt mit einem alten italienischen Schlager: „Aprite le finestre per il nuovo sole“. Öffnet die Fenster für die neue Sonne! Ja, so fühlt es sich tatsächlich an! Nun ist der Frühling wirklich da – auch für mich!

Nachdem sich der Nebel gelichtet hat…

Der Nebel des Nichtwissens (siehe im vorletzten Beitrag!) hat sich – nach dem kurzen Tief im Waldviertel, bald wieder gelichtet. Der Nebel, das Tief hing auch mit der Unsicherheit, ob es in den nächsten Tagen ein Treffen mit dem Geliebten aus Ungarn geben würde, zusammen (ein Ungarn-Tief sozusagen!“)… es kam einige Tage lang keine Antwort von ihm…also was nun…??? Nachdem ich beschlossen hatte, nicht länger auf eine Nachricht von ihm zu warten und doch dem ursprünglichen Impuls, eine West-Runde mit dem Camper zu drehen, zu folgen, war die Sicht wieder frei und seither finde ich mich in einem guten Fluß des Unterwegsseins – vom Starnberger See zum Bodensee, etwas rauf nach Norden, zurück zum Bodensee und nun immer wieder am Rhein (erst in Deutschland, jetzt in der Schweiz).

Zum Thema „Nicht-länger-Warten, lieber Weiterziehen“ ist mir vor ein paar Tagen ein Buch in die Hände gefallen mit dem Titel „Harem. Westliche Phantasien, östliche Wirklichkeit.“ Ich hab´s irgendwo aufgeschlagen und sofort ist mir ein Absatz ins Auge gesprungen, in dem die Autorin erzählt, daß ihre Großmutter (die ein Leben lang in einem Harem eingesperrt war) ihr am Totenbett eine von Scheherazade´s Geschichten besonders ans Herz legte: Die Geschichte von der Frau mit dem Federkleid. Die für sie wichtigste darin enthaltene Botschaft ist die, daß die Frau ihr Leben als Nomadin führen sollte. Sie sollte wachsam und immer bereit sein, weiterzuziehen, sogar wenn sie geliebt wird. Denn zumindest in dieser Geschichte könne die Liebe uns umfangen und schließlich zu einem Gefängnis werden.

Naja, kein Wunder, wenn sie doch fast lebenslang wie in einem Gefängnis (so wie alle anderen Frauen in einem Harem!) eingesperrt war!

Nun, ich BIN weitergezogen, habe nicht noch ein paar Tage auf eine Antwort gewartet, ich lebe als Nomadin seit fast einem Jahr und bin äußerlich frei, frei frei! Und innerlich? Nein, nicht wirklich! Ich muß viel an diesen Mann denken und vermisse ihn – bin also gar nicht so frei, wie´s vielleicht aussieht! Trotzdem war´s gut, weiterzuziehen, weil´s meine Energie runterzieht, wenn ich in einer passiven Warteposition verharre!

Da klopft wieder das Thema Lilith und Eva an – es leben ja beide in mir und sie wollen Hand in Hand gehen, miteinander durch´s Leben gehen, reisen, tanzen! Lilith ist die, die weiterzieht, die nicht wartet, sich nicht unterordnet und keine Kompromisse eingeht; sie ist unabhängig und frei, während Eva sich anpasst, die Nähe mit dem Liebsten der Freiheit vorzieht. Die beiden brauchen sich gegenseitig, um ihre Einseitigkeiten auszugleichen! Wenn Lilith (in mir) zu sehr dominiert, wird´s spröde und einsam und es braucht etwas von Eva´s Weichheit und ihrem Wunsch nach liebevoller Nähe und Geborgenheit. Schon seit ein paar Tagen flüstert nun Eva in mir, nicht noch länger und noch weiter weg von „ihm“ zu fahren, sondern ihm dann nach Ostern entgegenzufahren, also wieder ostwärts statt wie gedacht nach Süden ins Tessin und nach Italien, um dort eine Freundin zu besuchen…

Nun ja, mal sehen… etwas in meinem Herzen wird weicher, wenn ich ihr zuhöre und mir erlaube, diese „ihre“ Sehnsucht zu spüren!

Zurück zur bisherigen Runde: Es war wunderschön, an den verschiedenen Orten mir sehr liebe Freundinnen und Freunde zu besuchen und jeweils ein paar Tage zu bleiben! So viele Geschenke haben wir ausgetauscht! Und fast immer waren Tiere mit dabei, wunderbare Hunde und hier in der Schweiz auch Pferde! Mein Wunsch, wieder mit einem Hund zu leben, nimmt zu!

am schönen Starnberger See…

abends, am schönen Staffelsee bei Murnau…

am geliebten Bodensee, in Konstanz…

die Imperia in Konstanz, immer wieder beeindruckend!

der mächtige Rhein in Rheinfelden…

Frühling! Die Bäume schlagen aus!

eine ganz ganz liebe Hündin, die Walli!

Nun bin ich seit einer Woche in der Schweiz, in der Nähe von Basel in der Wohnung von lieben Freunden, die derzeit in Wien sind. Es tut mir gut, wieder mal etwas länger (bis über Ostern) an einem Ort zu bleiben (auch wenn ich am vergangenen Wochenende ein kleines Zwischentief hatte („was mach ich überhaupt hier? es ist so langweilig hier… ich kenne hier ja niemanden… usw…); mittlerweile kann ich die Ruhe hier schätzen – es ist doch ein guter Ort um zu schreiben, zu meditieren, die Umgebung zu erkunden (zu Fuß oder mit dem Fahrrad), nach Basel und nach Rheinfelden an den Rhein zu fahren, ins Cafe zu gehen zum Lesen und Schreiben (seit meiner Jugendzeit eine meiner Lieblingsbeschäftigungen!) und die Wärme in einem geheizten Haus ist doch recht angenehm, wenn´s draussen wieder ungemütlich kühl und feucht ist! Also alles wieder gut!

In solchen kleinen Tiefs, in denen ich zweifle an der Sinnhaftigkeit meines Lebensstils, erinnere ich mich gern an diese paar Sätze (die mir vor Kurzem im Netz untergekommemn sind:

Den Menschen, der Umgebung, dem Feld auf meine Art guttun… das finde ich berührend und schön! Und ich darf es auch immer wieder erfahren! Dazu braucht es keinen Praxisraum, dazu brauch ich keine deklarierten Sitzungen oder Behandlungen oder workshops zu geben – daran darf ich mich immer wieder erinnern! Mich erinnern, daß es genügt, zu SEIN! Und wenn ich so lebe, wie es schön und freudvoll für mich ist, dann geschieht´s von selbst, in Liebe und in der Freude zu SEIN! AHO!

Die Magie der Altäre

Meine Wohnungen (früher, als ich noch in fixen vier Wänden gelebt habe) waren immer schon voller Altäre und nun geht es weiter – überall, wo ich hinkomme, entstehen sie – in Räumen, die ich für kurze Zeit bewohnen darf (auch mal in einem Hotelzimmer!) und natürlich in meinem Pössl-Camper!

Ja genau, sie entstehen einfach – aus einem inneren Bedürfnis nach Orten im Raum, die eine bestimmte, schöne Bedeutung für mich haben und diese in den Raum ausstrahlen… und natürlich spielt die Lust am freien Gestalten mit.

Mit einem Altar ehre ich eine bestimmte Qualität, eine bestimmte Energie, einen bestimmten Prozess, ein bestimmtes Wesen, die Ahnen, meinen Weg, die Frühlingskraft, meine Essenz usw… Es ist ein magischer Vorgang: ich nehme, was ich grad zur Hand habe: Tücher, Federn, Karten, einen Text, Steine, eine lustige Figur, irgendwelche Fundstücke und natürlich Kerzen und Blumen…

So ein Altar kann anheimelnd sein, tröstend, fein und edel, witzig und bunt verspielt (für das Kind in mir), erotisch aufgeladen, liebevoll…. und manchmal entstehen auch Altäre in der Natur – zu Ehren von Mutter Erde, zur Freude der Naturwesen, aus Dankbarkeit für die wunder-volle Fülle des Lebens.

In den vergangenen Monaten habe ich in verschiedenen Wohnungen „überwintert“ – was sich eben so ergeben hat. Ich war also immer wieder in fremden Räumen – oft nicht nach meinem Geschmack eingerichtet – und da durfte ich immer wieder die Magie der Altäre erleben: sobald im Raum ein Altar entstanden ist (meistens werden´s mehrere!), hab ich mich wohl gefühlt, ein bisschen mehr oder ziemlich „zu Hause“, denn es gibt dann einen Ort, auf den ich mich ganz beziehen kann, in dem ich mich finde, weil er mir zutiefst vertraut ist und der die Qualität, die ihm innewohnt, durch seine Ausstrahlung in mir stärkt!

Wenn es mehrere solche Kraftorte (Altäre sind Kraftorte für mich) im Raum gibt, dann gibt es energetische Verbindungen zwischen ihnen, Kraftlinien, die mir und dem Raum guttun!

Seit einer Woche bin ich nun in der Wohnung von lieben Freunden in einem Dorf bei Basel und werde wahrscheinlich bis über Ostern hier bleiben in dieser schönen, frühlingsgrünen Hügellandschaft.

Während der ersten Tage war die Freundin noch hier, dann ist sie für circa zehn Tage nach Wien gefahren.

Sobald ich alleine in der Wohnung war, hab ich mir in „meinem“ Raum ein freies Plätzchen geschaffen und schon ist ein Altar entstanden… und dann noch einer und noch einer… Auf natürliche Weise, ohne Brimborium… ich lasse mich einfach führen, es geschieht!

Mit viel Freude und es fühlt sich so gut an!

für meinen Weg… follow your heart… die Welt wartet auf dich…

für eine sanfte, liebevolle Weiblichkeit…

dieses Bild war schon in „meinem Raum“ – die grüne Frau, prall von frischem, neuen Leben!

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Nicht-Wissen

Das Thema „Nicht-Wissen“, „Innerlich-Anstehen“ ist gerade ziemlich aktiv…

Viele Fragezeichen, ein ganzer Wald von Fragezeichen, neblig-melancholisch und ich mitten drin frage in den Wald hinein: Wohin? Was tun? Wann was? Wo ist mein Zuhause? Mit wem?

Ich mache ohnehin nicht viele Pläne, schon gar nicht weiter in die Zukunft hinein, aber selbst die paar Pläne für die nächsten 3-4 Wochen (eine größere Pössl-Runde nach Westen, um mehrere liebe Freundinnen und Freunde unterwegs zu besuchen) verlieren ihre Konturen, werden mehr und mehr zu nebelig-wabernden Möglichkeiten…

Je mehr Fragen desto mehr Fragezeichen desto dichter der Wald desto zäher der Nebel… eher diffuses Wetter auch im Außen – hier im Wald-und Weinviertel, wo ich etwas Ruhe suche, nach den letzten Tagen in der großen lauten Stadt Budapest. Wie gut, wieder in meinem Camper zu sein, in my rolling home! Immerhin! Ja doch, dafür kann ich sehr dankbar sein – er hat geduldig beim Eggenburger Bahnhof auf mich gewartet, während ich in Budapest war, er ist mir wirklich ein gutes verläßliches Zuhause!

Und ich weiß ja: sobald ich mich in DAS, WAS IST, hineinentspanne, in den Wald voller Fragezeichen und in den Nebel und in die Melancholie hineinatme und somit JA sage zu ihnen, JA ok, ihr seid willkommen, kann die Energie wieder freier fließen, manchmal auch die Tränen, was sehr (er)lösend ist… (….liebe die Fragen und wachse in die Antworten hinein… so ähnlich sagt es Rilke, glaub ich; die Maya-Weisen sagen zu diesem diffusen, vernebelten Geisteszustand „Santa neblina“ – heiliger Nebel! Ich finde das sehr schön!)

Heute Nachmittag bin ich wandern gegangen – in diesem „Nebel-Wald“, einatmend, ausatmend, mich gut spürend und gut liebend mit all dem, was gerade da gewesen ist… letztlich geht´s doch immer wieder nur darum!

Der Nebel, das Nichtwissen, die Fragen sind treu in mir geblieben und ich bin ich ganz gut in Frieden damit und werde jetzt mit ihnen gemütlich kuscheln gehen, summen, sumsen, atmen, dösen und dann hoffentlich gut schlafen im guten warmen Pössl-Bett!

Noch ein paar Bilder vom heutigen Spaziergang im Weinviertel, auch hier kommt schon der Frühling!