Ein interessanter Tag!

Etwas widerborstig hat dieser Tag heute begonnen – bis ich verstanden hab, worum´s geht!

Gestern Nacht hab ich auf einmal angefangen, Pläne zu machen – wo ich noch überall hin möchte, bevor ich ca. Mitte September wiedermal in Salzburg sein werde, um einiges Liegengebliebene zu erledigen. Und überhaupt, bevor dann der Winter kommt bzw. bevor ich ca. Mitte Oktober mein „Winterquartier“ im Waldviertel beziehen werde…

Ja, erstmal nach Bled und dann – wenn ich schon so weit herunten bin, könnte ich doch noch runter nach Cres fahren… Ans Meer nochmal, JA!

Also hurtig zusammengepackt heute nach dem Frühstück – vor der Fahrt nach Bled (so der Plan) noch mit der Seilbahn auf die Velika Planina – ein Hirtendorf auf einer nahegelegenen Hochebene… Interessant war, daß ich zwar voller toller Pläne war, aber gar nicht so richtig froh… dieses Unfrohsein hat zunächst noch zugenommen, weil nichts geklappt hat, wie ich mir das so vorgestellt hab! Die Straße ins Tal hinein war gesperrt – mit einigem Herumsuchen und Fragen und mehreren Umwegen war´s dann doch möglich, allerdings viele Kilometer im Schneckentempo hinter einem riesigen Baufahrzeug her, durch holprige Baustellen und verwüstete Landschaft… da erst hab ich kapiert, daß es hier ja vor wenigen Wochen arge Überflutungen gegeben hat und nun mühsam die entstandenen Schäden repariert werden. Wieder interessant: diese Erkenntnis läßt mich innerlich weicher werden, geduldiger…

Schließlich hinten im Talschluß – schön ist es hier, eine hübsche einfache Jausenstation, Wald, Wiesen, hohe Berge im Hintergrund (die Steiner Alpen), aber keine Seilbahn! Verwirrt frage ich nach – anscheinend bin ich dran vorbeigefahren! Was soll´s, jetzt bin ich schon hier (wo´s eh schön ist) und langsam – bei einer kleinen Jause – fallen die Pläne von mir ab und auf einmal wird mir sonnenklar, daß ich in ein altes Muster reingetappt bin – in eine alte Rastlosigkeit, die mich gar nicht in der Gegenwart sein läßt, sondern mich antreibt, dieses und jenes und dann auch noch jenes-jenes zu machen, zu erleben, zu erledigen… und in dieser Dichte und Ruhelosigkeit wird das Erleben aber immer seichter, geht am Wesentlichen ganz vorbei…

Dieses Zurückfinden ins Hier und Jetzt hat mich erleichtert aufatmen lassen, nun konnte ich die Schönheit und all die Geschenke rundum wieder wahrnehmen und mit Freude genießen! Und verstehen, warum es sich vorhin so gespießt hat!

In diesem wiedergefundenen Frieden bin ich an den Bach gegangen, der sich hier zu einem türkisblauen Becken weitet – wunderschön!

Ich versuche, ein Steiglein am Bach entlang weiterzugehen, verliere den Bach aber und finde mich statt dessen in einem Gewirr aus abgebrochenen Ästen, entwurzelten Bäumen, sich türmenden Steinen und Felsbrocken… hm… ich dreh wieder um und auf einmal wird mir klar: ich konnte den Bach nicht mehr finden, weil er nämlich —- hier entspringt! Ich bin an seiner Quelle! Rund um mich herum sprudelt es aus der Erde – frisch und klar und mit munterem Gegluckse! Nun geht mein Herz richtig auf – berührt und voller Dankbarkeit bleib ich eine ganze Weile an diesem so besonderen Ort und muß gar nirgends mehr hin!

Irgendwann kommt dann doch der Impuls zum Aufbruch, ich fahr die 2 Kilometer zurück zur Gondelbahn und schwebe bequem rauf auf die karstige Hochebene, die schon in prähistorischen Zeiten von Hirten als Alm genutzt wurde. Heute ist sie touristisch erschlossen – in einem Teil durch Liftanlagen, die gerade noch mehr ausgebaut werden (ohje!)… die eigentliche Attraktion jedoch sind die unzähligen wunderschönen alten Hirtenhütten in einem weiter von der Seilbahn entfernten Teil der Alm. Manche werden auch heute noch im Sommer bewirtschaftet, alles sehr urig und Gott sei Dank ohne jedes Almen-Tamtam!

Der Tag hat mich wieder einiges gelehrt – vor allem, daß das Agieren aus alten Mustern heraus nicht mehr funktioniert und offenbar nicht mehr unterstützt wird vom Universum! Da fängt´s dann eben an, sich zu spießen!

„…wird nicht mehr unterstützt…“ – so drückt das Eva Denk, die mediale Astrologin, die ich sehr schätze und liebe, immer wieder aus. Im Moment unangenehm, aber doch: wie gut, daß es so ist! Sonst würden wir ja nie rauskommen aus den alten fest eingefahrenen Schleifen!