Zu Ehren eines Buches

Kürzlich hab ich den Roman „Ich nannte ihn Krawatte“ von der Autorin Milena Michiko Flasar gelesen. Ich war so angetan von dem Buch, daß ich den Impuls hatte, die Sätze oder Abschnitte, die mich besonders berührt haben, herauszukopieren und damit die Essenz des Buches auf ein paar Seiten zusammenzufassen bzw. zu gestalten. Auch um das Buch zu würdigen – es ist ein kleiner Schatz, finde ich! Auch ist es in einer sehr klaren, schönen Sprache geschrieben!

Die Autorin ist halb Japanerin, halb Österreicherin, das Buch spielt in Japan und es geht um ein Phänomen in der dortigen Gesellschaft – um Menschen, die sich völlig aus der Gesellschaft zurückziehen (weil alles viel zu viel ist und nicht mehr verarbeitet werden kann). Solche Menschen (Hikkikimoris genannt) bewegen sich oft jahrelang nicht aus ihrer Wohnung oder aus ihrem Zimmer heraus, sprechen nicht, werden von jemandem nur mit dem Nötigsten versorgt.

Die Hauptfigur findet nach zweijährigem totalen Rückzug langsam und auf sehr eigene Art und Weise zögerlich wieder Anschluß ans Leben – über einen Menschen, der ebenfalls aus dem Rahmen gefallen ist. Das hat etwas sehr Berührendes, finde ich.