Archiv der Kategorie: Hannablog

Noch etwas zum Thema FREUDE…

I sometimes forget that I was created for joy;

My mind is too busy, my heart is too heavy

Heavy for me to remember that I have been called to dance

The sacred dance for life.

I was created to smile, to love, to be lifted up and lift others up

O sacred one, untangle my feet from all that ensnares

Free my soul that we might dance

and that our dancing might be contagious.

von HAFIZ, dem großen persischen Dichter (1315-1390)

Astrofotografie La Palma (von einem dortigen Fotografen gemacht)

Tanz von Licht und Blättern

in Wien, eine Tänzerin aus Zucker, beim k+k Hofkonditor Demel

in Wien , in der Albertina fotografiert

…dieses reiche, satte, verschlafene Land

Gestern habe ich in den Salzburger Nachrichten (seit langem wieder mal reingeschaut) diverse Reaktionen anderer Ländern auf unser hiesiges Politchaos gelesen. In einer spanischen Tageszeitung wird kurz das Disaster beschrieben… „…. chaotische Zustände….. und das in Österreich, in diesem reichen, satten, verschlafenen Land!“

Ja, leider eine sehr treffende Formulierung… IT´S TIME TO WAKE UP!!!

Ein buntes Gewebe

Zumindest vordergründig scheint mir der Sommer wieder wie ein bunter Teppich, gewebt aus all dem, was sich wie von selbst ergibt, aus den Impulsen, denen ich folge…die „Ausritte“ mit meinem Pössl (Wohnmobil) in alle möglichen Richtungen, an wunderschöne Orte, zu guten Freundinnen und Freunden…

Weben! Vor einigen Jahren habe ich das Weben entdeckt, buchstäblich, an diversen Webgeräten und ich liebe es! Die schönen Wollen und Garne, die vielen Möglichkeiten, das Meditative, das Metaphorische: ein Stück Stoff weben, den Lebensteppich weben… die (senkrechten) Kettfäden, die das symbolisieren, was uns vorgegeben ist und der Schussfaden (der auf dem Schiffchen aufgewickelt ist), mit dem wir gestalten; und es gefällt mir sehr, daß das Weben eine uralte Frauenkunst ist… spinnen und weben…

Vorige Woche habe ich wieder einen Webkurs gemacht – in Haslach an der Mühl, ein tolles Zentrum für Textilkunst! „Weben mit dem mobilen Webgerät“ hieß der Kurs…

diverse Webstücke von KursteilnehmerInnen
eigene Stücke
noch ein eigenes, mit Metallfäden…

Ganz unerwartet hat sich das Thema Weben gestern in einem Konzert der Salzburger Festspiele fortgesetzt und zwar in Morton Feldman´s „Crippled Symmetry“. Im Programmheft lese ich über seine Beschäftigung mit orientalischen Teppichen: ihn faszinieren die unzähligen Varianten und Schattierungen der Farben und die symmetrischen Muster, die aber nie ganz gleich ausfallen, sondern vielerlei Abweichungen zeigen… Muster, die sich im Verlauf ihrer ununterbrochenen Wiederholung minimal verändern… genau dies setzt er in Musik um! Gleichförmig und doch immer wieder etwas anders webt diese Musik leise dahin – mich macht sie sehr wach und gleichzeitig tief entspannt, ein faszinierendes Erlebnis! Sehr berührt hat mich die stille Gesammeltheit der drei wunderbaren Musiker.

Es geht noch weiter: heute beim Autofahren hab ich wie beiläufig Ö1 aufgedreht und da wird über Musik gesprochen, über bestimmte Stücke und Verbindungen, über sogenannte Neue Musik… auf sehr anregende, höchst interessante Weise! Markus Hinterhäuser im „Klassik-Treffpunkt“… und dann spricht er über Morton Feldman, über genau das Stück „Crippled Symmetry“, über das ich gestern geschrieben habe (oben!); er spricht über seine Erfahrungen beim Spielen dieses zweistündigen Stückes: die hohe Konzentration die es erfordert, ein ständiges Zählen, weil jeder Takt anders ist (!) und gleichzeitig ist wichtig, es passiv zu spielen, still und entspannt… ich finde das bewundernswert, diese Fähigkeit! Es ist wohl das, was mich ergriffen hat beim Zuhören und was ich gespürt habe: sehr wach und achtsam zu lauschen und dabei sehr entspannt zu sein… tiefenentspannt! Ich hatte vorher ziemlich starke Rückenschmerzen und während des Konzerts hat sich alles wunderbar entspannt!

hier ein Teil des Stückes

It´s summertime!

Trotz allem ist es – finde ich – ein wunderschöner Sommer…

Trotz dem Wahnsinn da draussen blühen die Wiesen, duften die Blumen, strahlen die Seen Frieden aus, darf ich mich an den Farben, den Geschenken des Sommers erfreuen! Barfussgehen, erfrischendes Waten in kühlen Bächen, am Meeresstrand entlanggehen, mich ins frische Heu legen und natürlich buntes Leben im Wohnmobil – Van-Life!

am wunderschönen Obernberger See
am Mattsee
am Lago di Fusine
Blütenpracht in Grado
im bezaubernden Garten von Andre Heller am Gardasee (Gardone)
ebenso…
in bella Italia (bei Viareggio)
Van-Life! I in der Toskana…

im Mühlviertel!
goldenes Licht in der Toskana
goldenes Licht auch im Mühlviertel!
Wogende Hügel in der Toskana
wogende Hügel im Mühlviertel

Fühle tiefe Dankbarkeit, daß ich soviel Schönes erleben darf!

Endlich Frühling… wunder-voll!

Ich finde, es gibt kaum etwas Tröstlicheres, als wenn nach einem langen Winter – egal, wie verrückt es in der Welt zugeht – die Blümchen wieder hervorkommen und die zarten hellgrünen Blätter… wenn die Bäume mit Blüten bedeckt sind… wenn das Leben wieder kraftvoll nach aussen drängt, sich einfach seinen Weg bahnt durch das alte dürre Laub vom Vorjahr… möge das auch in den Köpfen und Herzen von uns Menschen passieren!

Natur, die große Heilerin!

„Hört einander zu!“

Ein Plädoyer für gegenseitiges Verständnis

Von der -so finde ich – sehr lesenswerten Schriftstellerin Elif Shafak.

Hab dieses ansprechende kleine Buch heute erworben… ich freu mich schon drauf! Später im Blog wahrscheinlich mehr darüber…

Poesie: Ein Augenblick ohne Gedanken

Ein Augenblick ohne Gedanken
die Hintergrundgeräusche verschwinden
und plötzlich kann ich
die Stille zwischen den Klängen hören
die Stille auf der Unterseite der Klänge
aus der alle Klänge hervortreten
wie Wellen aus dem Meer.

Ein Augenblick ohne Gedanken
und der Nebel löst sich
und die Welt ist voll von
durchscheinendem Licht
mit immer neuen Einzelheiten
mit neuer Klarheit, Farbe und Tiefe.

Ein Augenblick ohne Gedanken
und diese Straßen der Vorstadt
sind eine unberührte, neue Welt
wie ein Garten, der von Tau funkelt
am Morgen nach der Schöpfung
als wäre die Hülse des Bekannten
aufgebrochen und abgefallen
und hinterließe nackte Ursprünglichkeit.

Ein Augenblick ohne Gedanken
und ich stehe nicht mehr einzeln
bin keine Insel mehr, sondern Teil des Meeres
kein statisches Zentrum mehr
sondern Teil eines fließenden Stroms.

Ein Augenblick ohne Gedanken
und der Zug kommt zwischen zwei Stationen zum Halten
und es hat niemals Bewegung, nie Gleise gegeben.
Ein Augenblick wie ein Wurmloch
das sich grenzenlos ausweitet
als ginge ich durch ein enges Tor
in eine endlose, offene Ebene –
das Panorama der Gegenwart.

Und diese neue Welt der Nicht-Gedanken
ist weder fremd noch ungewohnt
sondern ein von Güte durchwehter Ort
und sanft schimmernde Energie füllt jede Lücke
und das Sonnenlicht ist das durchdringend weiße Licht
des Geistes.

Der tiefste, vertrauteste und wärmste Ort –
der Boden, in dem ich wurzele.

von Steve Taylor; in newslichter.de gefunden, am Ostersamstag… ich finde, das Gedicht hat gut zum heurigen Osterfest gepasst, das ich ruhig und still erlebt hab… mich „am Panorama der Gegenwart“ erfreuend!