Archiv für den Tag: 29. Dezember 2014

Erhellendes!

 

Ein paar Sätze, die ich in letzter Zeit gelesen habe, die mich beeindruckt oder erfreut oder erstaunt haben. Hier zum Beispiel ein kleiner Absatz über die Hoffnung (aus dem Buch „Hoffnung und Gnade“von Monika Renz):

„Hoffnung ist genährt von der Energie der Vision. Hoffen ist ethymologisch verwandt mit hüpfen, hoppeln (to hope). Hüpfenderweise traut sich der Mensch an Dimensionen heran, die ihm sonst nicht erschlossen sind.“

Ist das nicht ein wohltuendes Bild – es hat so etwas Einfaches, Leichtes, Unbedarftes – im Gegensatz zur allzu ernsten, hehren Suche nach Gott, nach dem Lebenssinn, nach Erleuchtung!

Überhaupt Hoffnung als etwas ganz wichtiges im Leben anzuerkennen („…Hoffnung, eine Grundhaltung, in der sich der Mensch ein Offensein auf ein letztes Glücken im Leben nicht nehmen läßt…“) – darin liegt wohl nicht weniger Wahrheit als in einer der Kernaussagen des Buddhismus: Hoffe auf nichts. Hoffnung ist Illusion, die dich daran hindert, das Jetzt voll und ganz zu erleben und anzunehmen. Also eine Strategie, um Schmerz zu vermeiden.

Ich kann gut beides stehen lassen und in beidem Wahres finden.

 

Ein wichtiges Buch ist für mich: „Aufwachen. Der Weg der inneren Erfahrung“, von Christian Meyer.

Besonders erhellend finde ich, was er über den „inneren Zeugen“ schreibt – der ja in der Selbsterforschung so eine wichtige Rolle spielt.

Sinngemäß sagt er dazu: Oft wird der „innere Zeuge“ gesehen/gebraucht als über den Dingen stehende Instanz, als Bewußtsein, das alles, was ich gerade erlebe, unbeteiligt und ohne zu werten, wahrnimmt. Die Gefahr dabei ist, daß man sich von allem, was vorgeht – von den Gedanken, den Gefühlen dissoziiert, abtrennt, als hätte es nichts mit einem zu tun.

„Der wirkliche Zeuge ist einer, der zwar von aussen sieht, was sich abspielt und gleichzeitig alles fühlend wahrnimmt. Du fühlst das Gefühl, aber du blickst von aussen auf das Drama. Das ist der wirkliche Zeuge.“

Das macht so viel Sinn!

Was mir bei ihm (Christian Meyer) jedoch nicht gefällt: eine Art Gnadenlosigkeit, mit der er behauptet, daß jeder Moment, in dem ein Mensch nicht mit sich verbunden, nicht „erleuchtet“ ist, ein verlorener Moment ist…. klingt geradezu fanatisch!